Philips-Studie: Junge Fachkräfte erwarten mehr von Gesundheitsversorgung

Die jüngere Generation glaubt auch, dass digitale Gesundheitstechnologien dazu beitragen könnten, den empfundenen Druck zu verringern.

Es ist kein Geheimnis, dass die Gesundheitssysteme unter immensem Druck stehen. Ein Mangel an Arbeitskräften und Geldern und eine alternde Bevölkerung sind nur einige der Herausforderungen.  

Ein neuer Bericht von Philips hebt jetzt die Diskrepanz der Erwartungen einer jüngeren Generation von Fachkräften – derjenigen unter 40 Jahren – hinsichtlich der Nutzung von Digitalität, Daten und Technologie, ihren Arbeitsplätzen und der gelebten Realität hervor.

Die in dieser Woche veröffentlichte Future of Health Index-Studie unternimmt den Versuch, die Ansichten von 3.000 Fachkräften in 15 Ländern zu erfassen, darunter Rumänien, Brasilien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien.

Die Ergebnisse zeigen, dass rund 40 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass ihre Karriere nicht den Erwartungen entspricht, die sie in Schulzeiten hatten.

WIE ES WEITERGING

Die Studie ergab, dass mehr als ein Drittel der Fachkräfte bereits erwogen hat, ihr Berufsfeld aufgrund von arbeitsbedingtem Stress zu wechseln. Fast 45 Prozent glauben, dass ihre Ausbildung sie nicht auf betriebswirtschaftliche Aufgaben vorbereitet hat, während über 60 Prozent angeben, dass an ihrem Arbeitsplatz keine Weiterbildung zur Lösung dieses Problems angeboten wird.

„Wir sollten neben klinischen Aspekten der Versorgung auch für das Management von Patienten, Teams und für die Unternehmensverwaltung geschult sein“, wird ein Radiologe aus Frankreich zitiert.

Der Bericht stellte auch fest, dass Fachkräfte über das langsame Tempo des technologischen Wandels frustriert sind. Fast 60 Prozent sind der Meinung, sie würden von Schulungen für neue Technologien und über 50 Prozent von der Unterstützung bei Datenmanagement und Dateneingabe profitieren.

Jan Kimpen, Chief Medical Officer von Philips, warnte, dass es sich das Gesundheitswesen nicht leisten könne, anzusehen, wie diese Fachkräfte ihre „Leistungsbereitschaft“ verlieren oder sich „loslösen“.

WARUM DIES WICHTIG IST

Mit vielen Bedenken ging auch ein gewisser Optimismus einher. Die Studie stellte fest, dass fast 80 Prozent der Befragten digitale Gesundheitstechnologien für „wichtig“ halten, um bessere Ergebnisse für Patienten zu erzielen, und fast 75 Prozent, dass diese das, was Patienten durchleben, verbessern würden.

Eine ähnliche Zahl (fast 80 Prozent) ist der Ansicht, dass die Vorteile einer Verbesserung der Versorgung durch die Verwendung anonymisierter Daten die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes überwiegen – diese Zahl liegt in Saudi-Arabien und Singapur bei über 90 Prozent und in den USA und Frankreich bei rund 60 Prozent.

Zu den Dingen, die die Zufriedenheit am Arbeitsplatz verbessern könnten, gehört die Portabilität von Daten zwischen Anbietern, die Verwendung digitaler Tools für die Kommunikation mit den Kollegen und Patienten sowie Virtuelle und Erweiterte Realität (VR/AR).

Auf die Frage, was für die Verbesserung der Patientenversorgung in den nächsten fünf Jahren am vorteilhaftesten wäre, standen digitale Gesundheitsakten ganz oben auf der Liste - mit 42 Prozent in Frankreich und rund 35 Prozent in Deutschland und Polen.

„Digitale Gesundheitsakten müssen als erstes weiterentwickelt werden, da sie die Grundlage für alle anderen vorgeschlagenen technologischen Entwicklungen sein sollten“, so ein in Frankreich tätiger Spezialist für Infektionskrankheiten.

Und diejenigen, die in Smart Facilities arbeiten, sind tendenziell zufriedener mit ihrer Arbeit. 

„Jüngere medizinische Fachkräfte stehen der Technologie positiv und pragmatisch gegenüber. Sie erkennen deren Potenzial, den Verwaltungsaufwand zu erleichtern, was zu einer Verringerung von arbeitsbedingtem Stress führen würde. Und da fast drei Viertel der jüngeren medizinischen Fachkräfte regelmäßig unter arbeitsbedingtem Stress leiden, der letztendlich dazu führen kann, dass diese aus ihrem Beruf aussteigen, ist es wichtig, dass Technologien entsprechend genutzt werden“, warnt der Bericht.

Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass 83 Prozent der Meinung sind, dass die Entscheidungen nichtmedizinischer Führungskräfte einen „negativen Einfluss“ auf ihre Zufriedenheit mit der Arbeit haben - und 31 Prozent sagen, dass dies ihre größte Sorge in Bezug auf ihre Karriere ist. Rund die Hälfte der Schwellenländer und über 40 Prozent der Industrieländer vertreten die Auffassung, dass die Entscheidungsfindung „zu hierarchisch“ ist.

„Ohne eine gemeinschaftliche und stärkende Arbeitsplatzkultur, die die Aufnahme digitaler Gesundheitstechnologien unterstützt, wird die langfristige Einführung derselben scheitern“, stellt Philips fest.

WAS GESAGT WURDE

„Die Ergebnisse des Future Health Index 2020-Berichts belegen, dass wir uns im Gesundheitswesen bei einem kritischen Zeitpunkt auf dem Weg in die Zukunft befinden. Obwohl Veränderungen nicht über Nacht stattfinden werden, geben diese Erkenntnisse Führungskräften im Gesundheitswesen wichtige Anreize, einige der Schwachstellen zu bekämpfen, die sie heute angehen müssen, um erfolgreiche Ergebnisse auf der ganzen Linie zu erzielen“, sagte Kimpen in einer Erklärung.


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Leontina Postelnicu, erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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