Künstliche Intelligenz (KI) in die Versorgung bringen

bvitg definiert Fokusfelder für Deutschland

von
Anna
Engberg

Künstliche Intelligenz (KI) gilt weltweit als Schlüsseltechnologie, deren zahlreiche Einsatzmöglichkeiten auch im Gesundheitsmarkt spürbar werden. Hierzulande will die Bundesregierung die KI jetzt so nachhaltig und nutzenbringend ausbauen, dass Deutschland zu einem führenden KI-Standort wird.

Der Bundesverband für Gesundheits-IT (bvitg) hat sich jetzt mit einem Positionspapier zum Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) für acht Fokusbereiche ausgesprochen, in denen akuter Handlungsbedarf besteht, um KI in die Regelversorgung zu bringen.

DER HINTERGRUND

Mit seinem Eckpunktepapier „Künstliche Intelligenz“ zielt der bvitg darauf ab, digitalisierte Gesundheitsleistungen in Deutschland durch die Potenziale von KI zum Nutzen der Patienten und Gesundheitsdienstleister weiter zu verbessern.

Der Verband fordert hierfür eine nachhaltige Förderung der Innovationskultur – vom Start-Up bis zum Großunternehmen. „Förderstrukturen müssen so gestaltet sein, dass gezielt die Möglichkeiten und Verbesserungspotenziale angesprochen werden, die der Einsatz künstlicher Intelligenz bei neuen Versorgungslösungen im Gesundheitswesen bietet“, heißt es beim bvitg.

Gleichzeitig widmet sich das Positionspapier auch dem Umgang mit und dem Schutz von Patientendaten. Die permanente Datenverfügbarkeit müsse zu Gunsten einer verbesserten Versorgung sichergestellt sein, stellt der Verband klar. Zugleich sei der Aufbau international oder zumindest europäischN standardisierter, verknüpfter Datenpools – auch mit Hilfe von EU-Förderprogrammen – ein wichtiges Ziel.

Eine Gesundheitsdateninfrastruktur in Form von u.a. einer bundesweiten Plattform zur KI-basierten Anwendungsentwicklung wurde in den Fokus gerückt, um Forschung und Entwicklung sowie auch Qualitätssicherung und Zulassungen in Deutschland und Europa stärker zu unterstützen.

WAS GESAGT WURDE

„Der Markt für KI-Systeme und deren Betrieb im europäischen Raum ist stark geprägt von kommerziellen Cloud-Plattformen US-amerikanischer Anbieter“, heißt es in dem Eckpunktepapier weiter. Deutsche und europäische Hersteller, Daten- und Kompetenzzentren nebst Politik müssten deshalb europäische Standards setzen und die gezielte, interdisziplinäre Ausbildung von KI-Experten und Datenspezialisten fördern.

„Ziel sollte eine digitalisierte und datenbasierte Patientenversorgung sein, die eine schnelle Zusammenführung und Auswertung von heterogenen Gesundheitsdaten ermöglicht“, erklärte Sebastian Zilch, Geschäftsführer des bvitg.

Neben der sektorenübergreifenden Nutzung von Gesundheitsdaten und KI-Ressourcen waren auch die Transparenz beim Datenschutz, der Aufbau verbindlicher Terminologien als Grundlage der Datenverwertung sowie die Schaffung von finanziellen Anreize zur Nutzung intelligenter Lösungen in Form von abrechenbaren Leistungen Themen in der bvigt-Veröffentlichung.

GUT ZU WISSEN

Dem Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) gehören über 80 Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft an. Gemeinsam verfolgen diese das Ziel, IT zum Nutzen der Patienten in allen Bereichen der deutschen Gesundheitsversorgung zu etablieren.

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