KI gegen Mangel an Blutspenden

Universitätsmedizin Essen erforscht Patient Blood Management mit Hilfe intelligenter Datennutzung

von
Anna
Engberg

Unter dem Projektnamen „AutoPiLoT“ erforscht die Universitätsmedizin Essen (UME) derzeit, wie der Umgang mit der knappen Ressource Spenderblut mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und intelligenter Datennutzung optimiert werden kann.

Ziel der mit 1,8 Millionen Euro vom Bundesgesundheitsministerium (BGM) geförderten Forschungskooperative ist eine automatisierte, patientenspezifische Zuordnung von Blutprodukten einschließlich der dazu gehörigen Logistik.

DER HINTERGRUND

Patient Blood Management wurde unlängst im Deutschen Bundestag debattiert, dennoch gibt es hierzulande weiterhin zu wenig Blutspenden. Diese werden zur Therapie von Krankheiten und bei Operationen jedoch dringend benötigt und sind häufig sogar überlebenswichtig. Hinzu kommt: patienten- und krankenhausrelevante Daten werden bislang kaum nutzbringend verwertet.

Den Mangel an Blutspenden wollen die Forscher der UME nun angehen und entwickeln derzeit KI-unterstützte Ansätze auf Basis von Datensätzen, welche die ärztlichen Indikationen für Bluttyp und Transfusionsbedarf berücksichtigen und den Einsatz und die Nutzung vorhandener Blutprodukte optimieren sollen. „AutoPiLoT“ steht dabei für „Automatisierte leitlinienkonforme Patientenindividuelle Blutproduktezuordnung und smartes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin“.

Noch bis September 2022 wird das System zur KI-basierten Analyse und Entscheidungsunterstützung in der UME entwickelt und an einem deutschen Krankenhaus der Maximalversorgung getestet. Die KI dient dabei u.a. der präzisen Prognose für den individuellen Transfusionsbedarf. So können Blutkonserven, hoffen die Forscher, während ihrer Haltbarkeit maximal verwertet werden.

Ergänzt werden soll das Projekt durch eine Smartphone-Anwendung zur zusätzlichen Akquise neuer Blutspender.

WAS GESAGT WURDE

„Künstliche Intelligenz ist kein Selbstzweck, sondern ein innovatives Werkzeug, mit dem man Probleme lösen kann. Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung und die Patientensicherheit weiter zu verbessern“, erklärt Dr. Felix Nensa, Dozent am Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin am Universitätsklinikum Essen.

„Mit Hilfe innovativer Technologien und smarter Datennutzung wollen wir in unserem gemeinsamen Projekt die Versorgung unserer Patienten mit Blutprodukten weiter optimieren“, betonte Prof. Dr. Peter Horn, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Essen.

GUT ZU WISSEN

In Deutschland werden täglich rund 15.000 Blutkonserven im klinischen Betrieb benötigt, so die Statistik der UME. Für die optimale Nutzung der Ressource kommt es ebenso auf den individuellen Bedarf des Patienten bei Menge und Typ des Blutprodukts an sowie auch auf dessen leitliniengerechten Einsatz und die bedarfsgerechte Vorrathaltung bei möglichst geringem Entsorgungsvolumen.

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