Deutsche KI-Software Vara soll die Überlebenschancen von Frauen weltweit erhöhen

Weitere 6,5 Millionen Euro fließen jetzt in die Finanzierung des Health Start-Ups.

von
Anna
Engberg

Diagnostische Früherkennung mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt in vielen Bereichen der Medizin entscheidend an Bedeutung: insbesondere bei der Bildanalyse in der Radiologie hat sie das Potenzial, zur Beschleunigung des Workflows und verbesserter Patientenversorgung beizutragen.

Das Berliner Start-Up Vara hat jetzt von seinen Investoren eine Förderzusage über 6,5 Mio. Euro erhalten, um seine KI-basierte Screening-Software zur Brustkrebs-Diagnostik nutzbringend für Frauen weltweit einzusetzen.

DER HINTERGRUND

Die neue deutsche KI-Software basiert auf einer Cloud-Lösung, die Radiologen über mehrere Arbeitsplätze hinweg bei der Erkennung von Tumoren in Mammogrammen unterstützt und deren Arbeitsprozesse bei der Berichterstattung beschleunigt.

Sie geht dabei über einen einfachen Algorithmus hinaus. Basierend auf einem der größten Brustkrebs-Datensets mit über 2,5 Millionen Bildern ist eine hochpräzise Analyse von Mammogrammen möglich. Das Vermögen der KI übersteigt dabei das menschliche Leistungsvermögen, heißt es in einer Pressemitteilung des Digital Health Start-Ups.  

Im radiologischen Workflow übernimmt die KI-Software die Funktion, unauffällige, d.h. „gesunde“ Mammogramm-Bilder aus dem Patientenpool herauszufiltern. Sie erstellt dabei einen Bericht, den der Radiologe nur noch überprüfen und mit einem Klick unterzeichnen muss. Bei auffälligen Mammogramm-Befunden findet eine weitere Begutachtung durch den Arzt in einem optimierten und beschleunigten Workflow innerhalb der Software statt.

Die traditionell manuelle Mammogram-Analyse in der Radiologie ist zeitaufwändig, da laut Vara rund 97 Prozent der zu analysierenden Mammogramme von gesunden Frauen stammen. Gut ausgebildete Radiologen verbringen somit einen Großteil ihrer Zeit mit sich wiederholenden, zeitaufwändigen Routineauswertungen von unauffälligen Gesundheitsbefunden. Die KI hilft den Radiologen hier somit Zeit für die wirklich kritischen Fälle einzusparen, diese zu priorisieren, frühzeitiger zu diagnostizieren und zu behandeln.

Durch die frühzeitigere Erkennung können die Überlebenschancen der betroffenen Frauen drastisch erhöht werden. Zudem werden Ressourcen frei, so dass Screening-Leistungen für Frauen weltweit leichter zugänglich werden.

In der neuen Finanzierungsrunde der Serie A konnten für das Start-Up jetzt 6,5 Mio. Euro akquiriert werden. Zu den Fördermittelgebern gehören das kanadische OMERS Ventures, die deutschen Digital Health Unternehmen Soleria Capital, Think.Health und die Merantix AG sowie Plug and Play aus dem Silicon Valley. Bis heute hat Vara über 9,5 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten.

WAS GESAGT WURDE

Der CEO und Mitgründer von Vara Jonas Muff betonte: „Es ist unsere Mission, den Zugang zu Brustkrebs-Screenings auszuweiten. (…) Indem wir normale Mammogramme präzise ausschließen, versetzen wir Ärzte in die Lage, sich ganz auf diejenigen Frauen zu fokussieren, die dies am meisten benötigen. Dies wird letztlich dazu beitragen, dass wir weniger Leben verlieren und der Gesamtprozess von der Erkennung bis zur Berichterstattung verkürzt wird, so dass noch mehr Frauen die wichtigen Screenings wahrnehmen können.“

“Vara hat eine Pionier-Plattform entwickelt, welche die Ergebnisse für Brustkrebspatientinnen entscheidend verbessern kann und den Wert, den KI im Gesundheitssektor entfalten kann, untermauert“, erklärte Bryony Marshall, Ventures Associate Director bei OMERS.

GUT ZU WISSEN

Laut der WHO ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen, die auch zum Tod führt. Jährlich erkranken weltweit rund 2,1 Mio. Frauen daran. Bei einer Früherkennung im ersten Stadium liegen die Überlebenschancen noch bei fast 100 Prozent.

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