Kontaktlose Patientenüberwachung nimmt zu

Eine Frost & Sullivan Analyse prognostiziert eine Abkehr von tragbaren Patientenüberwachungssystemen hin zu einer verstärkten Nutzung von kontaktloser Patienten-Überwachungstechnologie wie Videoanalysen und mobilen Plattformen. Dabei spielt COVID-19 eine treibende Rolle.

von
Tammy
Lovell

Laut einem neuen Bericht spielen kontaktlose Patientenüberwachungssysteme und Gesundheitsanwendungen am Smartphone eine tragende Rolle beim Kampf gegen COVID-19.

Der Analyse von Frost & Sullivan zufolge kommen bei kontaktlosen Patientenüberwachungssystemen vermehrt Video- und Tonanalysen sowie mobile Plattformen zum Einsatz, die auf fortschrittlichen Technologien wie maschinellem Lernen und Algorithmen für künstliche Intelligenz (KI) basieren.

Dabei wird eine Abkehr von Wearable- Technologie prognostiziert, die unbequem, teuer und nur eingeschränkt nutzbar ist. Die als Alternative genutzte, kontaktlose Technologie bietet den Vorteil, mehrfach verwendbar und erschwinglich zu sein.

Der Bericht Fortschrittliche, kontaktlose Patientenüberwachungstechnologie: ein neues Paradigma für Überwachung im Gesundheitsbereich ist als Teil des globalen TechVision-Growth-Partnership-Service-Programms von Frost & Sullivan verfügbar.

Marktteilnehmern werden folgende Möglichkeiten für weitere Umsatzmöglichkeiten vorgeschlagen:

  • Tonanalysetechnologie für die Fernüberwachung von Patienten mit Influenza-ähnlichen Erkrankungen basierend auf einer Analyse des Hustens
  • Videobasierte, kontaktlose Patientenüberwachungstechnologie, mit der psychischer Stress diagnostiziert werden kann, indem physiologische und emotionale Anzeichen (wie Depressionen, Wut oder Unruhe) erkannt werden
  • Radarsensortechnologie, durch die Atmung und Herzfrequenz auf Symptome von Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD oder COVID-19 überwacht werden können
  • Kontaktlose, sensorgestützte Technologien zur Aufzeichnung von Herzfrequenz, Atemfrequenz und Blutdruck bei Personen mit Interesse an Gesundheit und Fitness sowie
  • Hinwendung zum Marktsegment der Telegesundheit, die aufgrund der weiterentwickelten Technologie mobiler Plattformen einen signifikanten Anstieg verzeichnen wird.

WORUM ES GEHT

Die COVID-19-Pandemie hat einen Aufschwung berührungsloser Patientenüberwachungstechnologie mit sich gebracht, durch die Atemwegserkrankungen bei gefährdeten Personen frühzeitig erkannt und gleichzeitig das Infektionsrisiko von Ärzten und Pflegekräften reduziert werden können.

„Diese Technologien können auch von Pharmaunternehmen genutzt werden, um die Ergebnisse der von ihnen entwickelten Medikamente zu überwachen”, sagt Ashish Kaul, Senior Research Analyst für technologische Erkenntnisse bei Frost & Sullivan.

DER WEITERE KONTEXT

Laut Aline Noizet, der Gründerin von Digital Health Connector, hat die Telemedizin während der Coronavirus-Pandemie der letzten Monate einen enormen Anstieg verzeichnet. Sie verweist auf Beispiele wie Binah.ai, das mithilfe von KI und Signalverarbeitung die Vitalparameter von Patienten über die Kamera eines Smartphones misst, sowie das Unternehmen Tytocare, das ein Gerät entwickelt hat, mit dem Patienten zuhause während einer ärztlichen Telekonsultation ihre Vitalparameter messen können.

Daneben zeigt sich eine erweiterte Nutzung von Telegesundheitsplattformen, die während der Pandemie beim Kampf gegen psychische Probleme eingesetzt wurden. Ein Beispiel dafür ist die App des schwedischen Start-Ups Flow, mit der Depressionen erkannt werden können. Die Anwendung wurde kürzlich in die ORCHA-App-Bibliothek aufgenommen, wodurch sie nun von Trusts der britischen NHS den Patientinnen und Patienten empfohlen werden kann.

WAS GESAGT WURDE

Kaul betonte: „Die Gesundheitsbranche befindet sich in einem Wandel und verlagert ihren Fokus auf wertebasierte, patientenorientierte Fernüberwachungslösungen und stellt damit einen Anreiz für die Entwicklung und Erforschung von kontaktlosen Patientenüberwachungstechnologien bereit. Kontaktlose Technologien stören nicht, sind kostengünstig und können zur Überwachung mehrerer Personen genutzt werden. Sie stellen dadurch eine effektive Möglichkeit zur großflächigen Überwachung von Patientinnen und Patienten dar.”

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Tammy Lovell, erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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