Tracking-Kooperative: Apple und Google

Deutschland setzt bei Corona Tracing App auf dezentrale Datenhaltung via Bluetooth.

von
Anna
Engberg

Eine wachsende Zahl von EU-Ländern befasst sich derzeit mit der Suche nach der optimalen digitalen Anwendung zur Rückverfolgung von COVID-19-Infektionen. Deutschland hat sich jetzt für einen von Apple und Google unterstützten, dezentralen Ansatz via Bluetooth-Technologie entschieden, um Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen.

Die deutsche Politik hatte zunächst eine von den Gesundheitsbehörden überwachte Kontaktverfolgung mit zentraler Datenhaltung favorisiert.

Der Kanzleramtsminister Helge Braun und der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn gaben in einer gemeinsamen Erklärung Ende April nun jedoch bekannt, Deutschland werde den bisherigen Ansatz einer zentralisierten Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsbehörden zu Gunsten des neuen dezentralen Ansatzes aufgeben, nachdem Apple und Google am 10. April ihre Zusammenarbeit an der Bluetooth-basierten Kontaktverfolgung in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hatten. 

Damit beschreitet Deutschland einen ähnlichen Pfad wie zahlreiche EU-Länder, die aus Sorge vor staatlicher Massenüberwachung ebenfalls auf den dezentralen Bluetooth-Ansatz von Google und Apple setzen und hierdurch eine möglichst zielgenaue Quarantäne erreichen wollen.

DER HINTERGRUND

Der Bluetooth-basierte Ansatz setzt dabei auf den Schutz der Privatsphäre, indem die Liste der jüngsten Kontakte nach expliziter Zustimmung des Users erfasst und für 14 Tage auf dem lokalen Endgerät gespeichert werden.

Lediglich wie lange und mit welchen anderen Smartphone-Usern ein Smartphone-Besitzer in Kontakt stand, wird erfasst. Dabei werden jedoch keine Daten gespeichert, die eine persönlichen Identifikation oder Lokalisierung der User zulassen.

Stattdessen setzt die Tracing-App auf den Austausch temporärer, verschlüsselter Identitäten. Bei einem Infektionsfall benachrichtigt die App alle Kontaktpersonen mit einer Warnung – jedoch ohne Rückschluss auf die Identität des Virus-Trägers. Somit werden User schneller über ein mögliches Ansteckungsrisiko informiert und können durch Quarantänemaßnahmen zu einer besseren Eindämmung des Infektionsgeschehens beitragen.

Gespeichert werden die Kontaktdaten grundsätzlich nur auf dem privaten Endgerät. Weder Google, Apple noch andere Nutzer können auf die Daten und den eigenen Gesundheitsstatus zugreifen – dies können nur die hierfür autorisierten und mit dem Pandemie-Management beauftragten Behörden, nachdem der User seine Daten freiwillig mit diesen geteilt hat.

WAS GESAGT WURDE

„Wir verfolgen als Bundesregierung bei der Entwicklung einer Tracing-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet“, betonten Jens Spahn und Helge Braun in ihrer gemeinsamen Erklärung. 

„Unser Ziel ist es, dass angesichts der bereits erfolgenden Öffnungen nach den umfangreichen Kontaktbeschränkungen sehr bald die Tracing-App einsatzbereit ist und in der Bevölkerung sowie der Zivilgesellschaft eine breite Akzeptanz findet. Die Nutzung der App durch möglichst große Teile der Bevölkerung ist die Grundlage ihres Erfolges“, hieß es in der Erklärung weiter.

Wie die Minister hervorhoben, solle in der konsequent dezentralen Softwarearchitektur „auch die Möglichkeit integriert werden, dass Bürgerinnen und Bürger freiwillig in pseudonymisierter Form Daten zur epidemiologischen Forschung und Qualitätssicherung an das Robert Koch-Institut übermitteln können.“

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