Schweizerische Post und Matternet nehmen klinische Drohnen-Transporte wieder auf

Nach zwei Zwischenfällen im Januar und Mai letzten Jahres geht die Kooperative in der Schweiz wieder in den Betrieb.

Die Schweizerische Post und Matternet werden die Auslieferung von Laborproben mit Drohnen zwischen Krankenhäusern in der Schweiz wieder aufnehmen, nachdem das Projekt für einige Monate unterbrochen wurde.

Nach zwei Zwischenfällen, bei denen eine Drohne eine Notlandung durchführte und vom Grund des Zürichsees geborgen werden musste und eine weitere Drohne in der Nähe einer Gruppe spielender Kinder abstürzte, wurde ein Gremium von Luftfahrtexperten gebeten, die Sicherheitsprozesse zu überprüfen. Bei den genannten Zwischenfällen gab es keine Verletzten.

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht gaben Gutachter an, dass die Schweizerische Post und Matternet nachweislich „ein hohes Maß an Sicherheit und Sicherheitsbewusstsein“ gezeigt hätten.

Ab sofort nehmen die Partner den Betrieb in der Tessiner EOC-Spitalgruppe in Lugano wieder auf. Laut Angaben der Post können durch den Einsatz von Drohnen die Lieferzeiten im Vergleich zum Bodentransport um bis zu 45 Minuten verkürzt werden.

WIE ES WEITERGING

Das Gremium gab eine Reihe von Empfehlungen ab, darunter die Schaffung eines unabhängigen Aufsichtsorgans vor Ende März. 

Die Schweizerische Post solle zudem „mehr Kontrolle“ über den Betrieb ausüben und Matternet die Sicherheitsmaßnahmen „weiter ausbauen“, so die Gutachter.

Matternet hat nun einen Sicherheitschef eingestellt, der seine Arbeit im Februar antreten wird.

Professor Michel Guillaume, Leiter des Zentrums für Luftfahrt an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Mitglied der Fachkommission, sagte: 

„Wir bestätigen, dass die Post und Matternet hohe Sicherheitsstandards einhalten und ein hohes Maß an Sicherheitsbewusstsein zeigen. Die untersuchten Prozesse folgten bereits vor den Vorfällen einem hohen Standard. Es gibt keine Gründe, die der Wiederaufnahme des Flugbetriebs entgegenstehen.“

DER GRÖSSERE TREND

Matternet arbeitet seit 2017 mit der Schweizer Post zusammen. Letztes Jahr gab das Unternehmen bekannt, dass es auch eine Partnerschaft mit UPS eingehen wird, um Drohnenlieferdienste für US-amerikanische Gesundheitssysteme anzubieten, beginnend mit WakeMed Health & Hospitals in North Carolina.

Laut einer Bekanntmachung zu Beginn dieses Monats haben die Drohnen von Matternet fast 8.000 Laborproben für WakeMed transportiert. Zur gleichen Zeit gab der Hersteller bekannt, dass er eine strategische Investition von McKesson Ventures erhalten hat, wodurch sich der Risikokapitalfonds zu einer Reihe großer Investoren wie z. B. Boeing und Mercedes-Benz gesellt.

Aber Matternet ist nicht der einzige Spieler in diesem Bereich. Im Dezember erhielt das deutsche Start-up Wingcopter, Hersteller von eVTOL-Drohnen (Electric Vertical Take-Off and Landing), eine „siebenstellige“ Kapitaleinlage von Corecam Capital Partners, um die Erschließung neuer Märkte zu beschleunigen.

Im Gegensatz zu Matternet konzentriert sich Wingcopter jedoch nicht nur auf das Gesundheitswesen.


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Leontina Postelnicu, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews.

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