European Data Summit diskutiert medizinische Datenspende und Reifegradmodelle

Healthcare Session am 25. Oktober 2019 in Berlin erörtert Nutzen und Risiken im zukünftigen Datenmanagement

von
Anna
Engberg

Datenschutz und -weitergabe stehen derzeit im Fokus gegenwärtiger Diskussionen anlässlich der branchenübergreifenden Digitalisierung. Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) macht dies zum Thema und veranstaltet vom 23. bis 25. Oktober 2019 in ihrer Berliner Akademie den inzwischen zweiten European Data Summit.

Die mehrtägige Konferenz richtet sich an EU-Kommission, Bundesregierung und Abgeordnete, Experten im Digitalbereich, Digitalpolitiker und Wettbewerbsökonomen. Unter dem Motto „Competition matters“ werden branchenübergreifend Themen des zukünftigen Datenmanagements auf EU-Ebene und im internationalen Vergleich diskutiert.

Ausgangspunkte hierbei sind u.a. die Umsetzung der Open Data Richtlinie (PSI-Richtlinie), d.h. der politisch geregelten Bereitstellung von Daten aus öffentlichen Sektoren, aber auch der britische Furmann-Report und die Ergebnisse der Datenethikkommission.

Nehmen auch Sie an der Healthcare-Session teil:

Session 1: Ein Datenspendegesetz – Unüberbrückbare DSGVO-Hürden?
25. Oktober 2019 von 12 – 13:45 Uhr

Session 2: Digital Maturity Level: where is the German health care system?
25. Oktober 2019 von 14 – 15:30 Uhr

Weitere Infos zum Programm

Im Fokus steht explizit auch das Gesundheitswesen, dem der European Data Summit mit einer Healthcare Session am Nachmittag des 25. Oktober ein gezieltes Programm widmet - mit einer Keynote von Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter Digitalisierung und Innovation im Bundesminsiterium für Gesundheit.

Digitale Reifegradmodelle machen Performance vergleichbar

Wie lässt sich der digitale Reifegrad einzelner Anbieter und Branchen im deutschen Gesundheitswesen messen? Und welche regionalen, nationalen und internationalen Vergleichsmöglichkeiten gibt es für Infrastruktur und Performance?

Diesen Fragestellungen widmet sich ein Expertenpanel mit Dr. Sebastian Krolop (HIMSS), Henning Schneider (Asklepios), Nick Schneider (BMG), Stefan Biesdorf (McKinsey) und Matthias Meierhofer (BVITG).

Dr. Afzal Chaudhry, der CMIO des Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust wird zudem über seine Erfahrung bei der Erreichung des Stufe 6 Reifegrades im HIMSS EMRAM Modell berichten.

Medizinische Datenspende und DSGVO-Hürden

Eine weitere Kernfrage, die der EU Data Summit mit Blick auf das Gesundheitswesen erörtert ist, was eine medizinische Datenspende eigentlich genau sein soll und ob sie anonymisiert, verpflichtend oder freiwillig sein sollte. Einer aktuellen TMF-Umfrage zufolge wären knapp 79 Prozent der Deutschen zur Spende ihrer Gesundheitsdaten bereit.

Chris Berger, Referent Politik vom Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) moderiert auf dem EU Data Summit die Paneldiskussion zum Datenspendegesetz

Chris Berger sagte zu Healthcare IT News über das Unterfangen: „Es gilt zu klären, inwieweit Daten gespendet werden können – ob nur einzelne Biomarker, also Ausschnitte einer Krankheit, oder komplette Krankheitsverläufe und auch Bio- und Genetik-Daten? Diese Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren.“

Die These, dass Europa in puncto Datengesetze gegenüber anderen Staaten im Wettbewerbsnachteil sei, steht am EU Data Summit ebenfalls zur Debatte: „Ein Gesetz mit mehr als 250 Seiten Rechtstext widerspricht der politischen Zielsetzung des Bürokratieabbaus“, teilte Dr. Pencho Kuzev, KAS-Koordinator für Digitalisierung und Datenpolitik Healthcare IT News im Vorfeld der Veranstaltung mit.

Gut zu wissen

Der European Data Summit versteht sich in erster Linie als Expertentreffen von digitalpolitischen Entscheidungsträgern, Wettbewerbsökonomen und Vertretern der Digitalwirtschaft und sucht nach Antworten auf die digitalen Herausforderungen für die soziale Marktwirtschaft.

Die Teilnahme ist kostenlos.

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