Neue Mittel für Darmstädter Drohnenhersteller

Das deutsche Start-Up Wingcopter beteiligte sich an Projekten, um die Lieferung von Medizinbedarf in abgelegene Gebiete zu testen.

Möglicherweise werden lebensrettende medizinische Versorgungsmaterialien in Zukunft verstärkt durch Drohnen geliefert, denn wie der deutsche Hersteller Wingcopter Mitte Dezember mitteilte, hat er eine siebenstellige Finanzierung von Corecam Capital Partners mit Sitz in Singapur erhalten. Der genaue Finanzierungsbetrag wurde nicht bekannt gegeben.

ÜBER WINGCOPTER

Seit seiner Gründung im Jahr 2017 werden die eVTOL-Drohnen (Electric Vertical Take Off and Landing) des Darmstädter Start-Ups in Projekten eingesetzt, in deren Rahmen Medikamente, Impfstoffe sowie Blut- und Laborproben über weite Strecken in schwer zugängliche Gebiete transportiert werden.

Im vergangenen Jahr war das Start-Up eines von zwei Unternehmen, das von der Regierung von Vanuatu, einem südpazifischen Inselstaat, damit beauftragt wurde, den Transport von Impfstoffen in abgelegene Inselgemeinden von Vanuatu zu testen. In einem weiteren Projekt in Tansania wurde über einen Zeitraum von sechs Monaten in Zusammenarbeit mit DHL und der deutschen Entwicklungsagentur GIZ die Lieferung von Medikamenten auf die Insel Ukerewe am Viktoriasee erprobt.

Laut Wingcopter zeigten die Ergebnisse beider Studien eine signifikante Verkürzung der Wartezeit für die Patienten.

ZIELSETZUNG

Das Unternehmen, das bereits über Kunden in 10 Ländern verfügt, möchte mit den neuen Mitteln zusätzliche Spezialisten einstellen und die Entwicklung der nächsten Wingcopter-Generation beschleunigen. Derzeit plant das Start-Up ein Pilotprojekt bezüglich einer neuen Zustellanwendung in den USA.

„Die Finanzierung wird dazu beitragen, unser Wachstum erheblich zu beschleunigen und die ohnehin hohe nationale und internationale Nachfrage zu befriedigen. Außerdem wird sie uns dabei unterstützen, uns bei der globalen Expansion auf die vielversprechendsten Märkte zu konzentrieren“, sagte CEO Tom Plümmer.

DER GRÖSSERE TREND

Bereits seit einer Weile geht man davon aus, dass Drohnenlieferungen die Art und Weise, mit der wir Zugang zu bestimmten medizinischen Hilfsgütern erhalten, verändern werden. In Ruanda hat sich die Regierung im Jahr 2016 mit dem Lieferservice Zipline zusammengetan, um Ärzten in abgelegenen Gebieten die Möglichkeit zu geben, Bestellungen per SMS zu übermitteln, die dann in einem Distributionszentrum verpackt und durch Drohnen mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h geliefert werden.

Allerdings stehen Unternehmen, die sich auf diesem Gebiet etablieren möchten, eine Reihe von nicht nur rechtlichen Hindernissen im Weg. In Großbritannien stellte ein Bericht der Innovationsstiftung Nesta im vergangenen Jahr fest, dass der Einsatz von Drohnen für medizinische Lieferungen zwischen Londoner Krankenhäusern zu einer Verbesserung der Patientenversorgung sowie zu Kostensenkungen führen könnte. Die Forscher wiesen jedoch auf verschiedene Herausforderungen hin, darunter die Notwendigkeit, „ausgefeiltere Kommunikationssysteme“ einzurichten und komplexe Raumsysteme zu verwalten.

WAS GESAGT WURDE

Martin Lechner, Managing Partner von Corecam Capital Partners, kommentierte die jüngste Ankündigung wie folgt: „Unsere Investition in Wingcopter stellt eine ideale Ergänzung unseres bestehenden Portfolios auf dem schnell wachsenden Markt für Drohnentechnologie dar. Ihr einzigartiger Kipprotormechanismus, der starke weltweite Patentschutz und das Interesse der Blue-Chip-Kunden waren für uns ausschlaggebend.“


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Leontina Postelnicu, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews.

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