Digitales NHS-System meldet Sicherheitsbedenken über Mobiltelefone

Großbritannien geht beispielhaft voran - ein Vorbild auch für uns? Laut Patientensicherheitsstrategie setzt das neue digitale Meldesystem auf künstliche Intelligenz (KI), um den Lernerfolg aus Pflegevorfällen zu verbessern.

von
Tammy
Lovell

Ein neues nationales Meldesystem für Patientensicherheit ermöglicht Mitarbeitern, Patienten und Familien die Meldung von Pflegevorfällen über ihre Mobiltelefone.

Entsprechend der kürzlich veröffentlichten NHS-Strategie zur Patientensicherheit ersetzt das System die „veraltete Technologie“, die derzeit zur Meldung von Vorfällen eingesetzt wird.

Seit 2003 ist das National Reporting and Learning System (NRLS, Nationales Melde- und Lernsystem) das wichtigste System für die Meldung und Überprüfung von Sicherheitsvorfällen bei Patienten. Die Datenbank empfängt rund zwei Millionen Vorfälle pro Jahr und wird zur Entwicklung von NHS-Richtlinien und -Leitfäden eingesetzt.

Das veraltete System wird nun jedoch durch das Patient Safety Incident Management System  (PSIMIS, Patientensicherheitsvorfall-Managementsystem) ersetzt, das mithilfe von Technologien wie Datenbereinigungs-Algorithmen die Anonymität der Patienten wahrt und künstliche Intelligenz (KI) zur Verarbeitung von Vorfalldaten auf neue Art und Weise nutzt.

WARUM DIES WICHTIG IST

Laut dem Strategiedokument nutzt das neue System ein „einzelnes einfaches Portal”, um die Meldung von Sicherheitsvorfällen „einfacher und lohnender” zu gestalten und möglichen Erkenntnisgewinn für Teile des NHS, wie die Grundversorgung, zu verbessern, für die eine Meldung schwieriger ist.

Während das NRLS hauptsächlich in Krankenhäusern eingesetzt wird, soll das neue System auch in Einrichtungen der Grundversorgung und der kommunalen Pflege eingesetzt werden.

„Sie können die Meldung über Ihr Mobiltelefon abwickeln. Das System soll Sie bei ihren Aufgaben schnell und einfach unterstützen, ohne dass Sie dafür eine Menge Sets als Unterstützung benötigen”, sagte Lucie Musset, NHS-Sicherheitsbeauftragte für das neue Produkt.

Das System ziele auch darauf ab, Sicherheitsdaten „zugänglicher und transparenter“ zu machen, indem es ein Selbstbedienungsportal zum Suchen, Analysieren und Herunterladen von Daten zur Unterstützung des lokalen Lernens und der Verbesserung anbiete.

DER GRÖSSERE TREND

Dr. Adrian Fowler, der nationale Direktor für Patientensicherheit von NHS England und NHS Improvement, leitet die Patientensicherheitsstrategie als Unterstützung der Umsetzung des NHS-Langzeitplans. Diese zielt darauf ab, die Sicherheit der Patienten in den nächsten zehn Jahren zu verbessern, indem sie Mitarbeiter dabei unterstützt, Sicherheitsprobleme aktiv zu erkennen und zu verhindern.

OFFIZIELLE STELLUNGNAHMEN

Dr. Fowler sagte: „NHS ist bereits ein Vorreiter für Sicherheit – wir entwickeln das weltweit erste und größte System zur Meldung von Vorfällen – doch wir möchten im Rahmen unseres langfristigen Plans noch weiter gehen.“

Musset sagte: "Bei dem neuen System geht es nicht nur um die Aktualisierung der Technologie, sondern auch darum, etwas zu schaffen, das zu der Art von Sicherheitskultur für Patienten passt, die wir heute erwarten."

Amber Jabber, Direktor für Richtlinien bei NHS Providers, sagte: „Es ist gut, dass NHS-Mitarbeiter auf allen Ebenen die Ausbildung, das Fachwissen und die Ressourcen erhalten, die für das Verankern einer wirksamen Sicherheitskultur und für das Erkennen von Risiken bei auftretenden Beeinträchtigungen von Patienten erforderlich sind. Mitarbeiter und Konzerne müssen auch über die Unterstützung und Ressourcen verfügen, die sie für die Einführung von digitalen Lösungen benötigen, die eine Schlüsselrolle bei der Erreichung dieser Ziele spielen.“

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Tammy Lovell, erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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