Schweizer Start-Up revolutioniert Herzmedizin durch Therapie zur Gewebe-Erneuerung

Medtech Firma Xeltis erhält 10,5 Millionen Euro Fördersumme für ETR-Methode zur natürlichen Erneuerung von Blutadern und Herzklappe

von
Anna
Engberg

Das Schweizer Start-Up Xeltis, Hersteller von Medizingeräten im klinischen Stadium, hat sich als Pionier für die Gewebe-Erneuerung profiliert und über die letzten Jahre ein technologisches Verfahren zur Erneuerung von Gewebe für die Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt.

Mit dem neuen Therapieansatz „Endogenous Tissue Restoration“ (ETR) können die Blutgefäße sowie die Herzklappe eines Patienten und deren Funktionen auf natürliche Weise wiederhergestellt werden.

Für den innovativen und revolutionären Therapieansatz in der Herzmedizin hat das Start-Up eine neuerliche Förderung in Höhe von 10,5 Millionen Euro durch bestehende organisatorische und private Investoren, wie die Website EU-Startups mitteilt.

Zu den Healthcare-Investoren gehören u.a. LSP, Ysios, VI Partners und Kurma Partners. Bereits 2017 wurde die Technologie von Xeltis mit insgesamt 45 Millionen Euro gefördert.


DER HINTERGRUND

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Klassische Verfahren bei anhaltenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Bypassoperation und der Herzklappenersatz. Beide Methoden gelten als risikobehaftet und sind verglichen mit dem neuen Therapieansatz ETR deutlich weniger wirksam.

Erstmals erprobt wurde das neue ETR-Verfahren vor fünf Jahren an 28 Patienten, die eines der Implantate aus bioabsorbierbaren Polymeren erhielten und bis heute Xeltis Geräte verwenden. Durch die Anwendung der Methode wird das natürliche Heilungspotenzial des Gewebes zur Ausbildung einer neuen, natürlichen und vollfunktionalen Blutader oder Herzklappe angeregt.

Damit entfallen für Patienten, welche die ETR-Methode anwenden, bislang notwendige, invasive Gefäßentnahmen und Austauschverfahren nebst Langzeitmedikation und Nebenwirkungen. Für die Gesundheitsversorger wiederum könnten durch das neue Therapieverfahren zukünftig Kosten für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingespart werden.

Auf internationalen wissenschaftlichen Konferenzen informierte das Unternehmen bereits über vorklinische Testläufe mit kleinen Blutadern. Klinische Studien mit den Pulmonal-Herzklappen laufen aktuell in Europa, Asien und den USA.

WAS GESAGT WURDE

„Die Technologie von Xeltis ist ein völliges Novum, sie adressiert wesentliche, bislang unbeachtete klinische Erfordernisse von Blutgefäßen und Herzklappe und zeigt in Testläufen vielversprechende Ergebnisse, welche zu der dauerhaften Unterstützung durch die aktuellen Investoren beigetragen haben“, sagte der niederländische Wissenschaftler Clemens van Blitterswijk, stellvertretender Vorsitzender im Vorstand bei Xeltis.

Eliane Schutte, CEO bei Xeltis, betonte anlässlich der neue Förderrunde: „Wir sind über die Fortsetzung der Förderung von Xeltis durch die Investoren begeistert und werden unsere Strategie in Richtung gefäßbezogener Anwendungsmöglichkeiten ausbauen“. Mit den bahnbrechenden positiven Ergebnissen aus den laufenden klinischen und vorklinischen Studien wolle man die natürliche kardiovaskuläre Wiederherstellung zum nächsten Stadium bringen.

GUT ZU WISSEN

Xeltis ist ein Pionier im Bereich der kardiovaskulären Gewebe-Erneuerung. Das Schweizer Unternehmen wurde 2006 als Ableger der Universität Zürich gegründet.

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