Deutsches Start-Up launcht Neurodermitis App

Charité Spin-Off informiert Betroffene und gibt personalisierte Therapieempfehlungen auf Basis von selbstlernenden Algorithmen und KI-Bildanalysen. Video-Sprechstunden sollen die App ergänzen.

von
Anna
Engberg

Das Berliner Start-Up Nia Health hat eine KI-unterstützte App zum Neurodermitis-Management für Patienten gelauncht, die auf einem Dermatologen-Netzwerk basiert.

Die klinisch validierte Selbsthilfe-App ist seit Dezember 2019 kostenlos verfügbar und bietet ab Februar 2020 neben personalisierten Therapieempfehlungen auch teledermatologische Video-Sprechstunden mit Neurodermitis-Experten.

DER HINTERGRUND

Neurodermitis ist eine in Schüben verlaufende Hautkrankheit mit Ausschlägen und Juckreiz, die rund 4,5 Millionen Deutsche betrifft. Insbesondere Kinder leiden stark unter der Erkrankung.

Betroffenen und ihre Familien will das Start-Up Nia Health aus Berlin jetzt mit einer App Unterstützung bieten, die von Dermatologen entwickelt wurde und medizinisches Wissen rund um das Krankheitsbild Neurodermitis bereitstellt.

Dabei fungiert die App zunächst als digitales Tagebuch, in welchem auftretende Symptome wie Schübe und Juckreiz dokumentiert werden. Darüber hinaus stellt die Plattform Neurodermitis-Wissen für die Patienten bereit mit konkreten Maßnahmen zur Prävention und Behandlung mit Blick auf Ernährung, Körperpflege, Lebensstil und Bewegung.

Mittels künstlicher Intelligenz (KI) und selbstlernender Algorithmen geht man jedoch bei der App von Nia Health noch einen Schritt weiter: so analysiert die App Schubauslöser und personalisiert die Therapieempfehlungen an Hand der eingegebenen Gesundheitsdaten und Fotos entzündeter Hautpartien.

Den individualisierten Behandlungsplan nebst Therapieverlauf können die Patienten dann mit einem Dermatologen über die Video-Sprechstunden-Funktion besprechen – einer kostenpflichtigen Zusatzleistung der App.

WAS GESAGT WURDE

„Die Erkrankung ist multifaktoriell und Genetik ein bedeutender Aspekt“, erklärte Tobias Seidl, Mitgründer des Start-Ups: „Die steigende Fallzahl spricht dafür, dass auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Jeder zweite Patient ist an mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis erkrankt. Unser Ziel ist es, Muster zu erkennen, damit wir Ärzten und Patienten Empfehlungen geben können.“

„Patienten oder Eltern von an Neurodermitis erkrankten Kindern fehlt es oft an medizinischem Wissen, um auch außerhalb des Behandlungszimmers bestmöglich mit der Krankheit umzugehen“, betonte Dr. Reem Alneebari, ebenfalls Mitgründerin der App: „Dank des ganzheitlichen Ansatzes geht Nia weit über die klassischen Tagebuch-Funktionen von App-Anbietern aus anderen Krankheitsfeldern hinaus.“

GUT ZU WISSEN

Das Start-Up Nia Health ging Ende 2018 aus einem Exist-Stipendium des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) in Kooperation mit der Charité Berlin hervor und wird von den Selbsthilfe-Arbeitsgemeinschaften Allergiekrankes Kind (AAK) und Neurodermitisschulung AGNES unterstützt.

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