Orale Impfung gegen COVID-19

Uni Würzburg entwickelt zusammen mit Pharma-Konzern eine Schluckimpfung zur Pandemie-Eindämmung.

von
Anna
Engberg

Parallel zu den bereits am Markt verfügbaren Impfstoffen gegen das Sars-CoV-2-Virus wird in Europa weiter an alternativen Impfmethoden geforscht: während in Finnland derzeit an einer intranasalen Impfung mittels Gentransfertechnologie gearbeitet wird, hat die Uni Würzburg jetzt in einer Pressemitteilung über ein neues Projekt zu einer oralen Impfmethode gegen COVID-19 berichtet.

DER HINTERGRUND

An der Forschung für die orale Impfung gegen COVID-19 beteiligt sich außer der Universität Würzburg noch das Pharma-Unternehmen Aeterna Zentaris.

In Planung ist eine Kapsel zur oralen Einnahme. Derzeit befindet sich das Projekt in der präklinischen Phase zur Vorbereitung einer Testung am Menschen. Somit steht das innovative Impfverfahren noch am Anfang seiner Entwicklung. Vor der Zulassung müssen zunächst unerwünschte und unerwartete Nebenwirkungen ausgeschlossen werden.

Die Würzburger Wissenschaftler haben einen spezifischen Bakterienstamm verwendet, der bereits für die Entwicklung eines oralen Typhus-Impfstoffs eingesetzt wurde. Dieser produziert zwei verschiedene Arten von mutmaßlich genmutations-resistenten SARS-CoV-2-Antigenen, sobald die Bakterien im Dünndarm angelangt sind.

Der Vorteil der Schluckimpfung per Kapsel besteht vornehmlich darin, dass die Impfung auch an Orten ohne stabile Kühlkette durchgeführt werden könnte.

WAS GESAGT WURDE

Hinter der Forschungsidee steht Prof. Thomas Rudel, Dozent für Mikrobiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Er betonte: „Wir verwenden einen Ansatz, der schon seit vielen Jahren, millionenfach als Schutz vor einer Typhus-Infektion im Einsatz ist.“

„Wir haben die Bakterien so programmiert, dass sie SARS-CoV-2-Antigene produzieren“, fuhr der Mikrobiologe fort: „Spezielle Zellen in der Darmwand sollen dafür sorgen, dass Bakterien und die Antigene von Immunzellen aufgenommen und in lymphoides Gewebe weitertransportiert werden.“

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