Orientierung im App-Kosmos

BARMER initiiert Rollout von App-Toolbox für Ärzte und Versicherte

von
Anna
Engberg

Die Barmer Ersatzkasse, mit 9,2 Millionen Versicherten eine der beiden größten Krankenkassen Deutschlands, hat den Rollout einer digitalen App-Toolbox bekannt gegeben.

Diese soll sowohl den Versicherten als auch den Ärzten eine Orientierungshilfe bei der Bewertung der Qualität von gesundheitsbezogenen Apps und Online-Anwendungen geben.

DER HINTERGRUND

Die Vielzahl digitaler Gesundheitsangebote wie Apps und Online-Services ist für Patienten und Ärzte gleichermaßen schwer zu durchschauen. Die Barmer Ersatzkasse hat deshalb in Zusammenarbeit mit Ärzten eine digitale App-Toolbox entwickelt, die ausgewählte, qualitätsgesicherte Apps zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen und Krankheitsbildern zusammenstellt.

Das Spektrum der unter dem Motto „Von Hausärzten für Hausärzte empfohlen“ propagierten Anwendungen reicht dabei vom Ernährungs- zum Schmerztagebuch bis hin zum optimierten Umgang mit Diabetes, Stress oder Schwindel.

In Hessen, Berlin und Brandenburg wurde die Toolbox bereits erprobt: Hausärzte, vornehmlich im ländlichen Raum, konnten das Portfolio von 11 Gesundheits-Apps in Augenschein nehmen und sich einen Eindruck verschaffen, wie sie das Selbstmanagement ihrer Patienten digital unterstützen könnten. Auch die Kassenärztlichen Vereinigungen und Hausarztverbände der Testregionen wurden in die Testphase integriert.

Für die Auswahl von Apps wurden Kriterien berücksichtigt wie z.B. die kostenfreie Verfügbarkeit, gute Fachexpertise und Usability, aber auch der Ausschluss von Diagnose- und Therapieempfehlungen.

WAS GESAGT WURDE

„Die mittlerweile unüberschaubare Zahl an Gesundheits-Apps stellt uns vor große Herausforderungen. Wir stehen in der Verantwortung, vor allem die Patienten vor unseriösen Anwendungen zu schützen. Dafür arbeiten wir eng mit Ärzten zusammen“, betonte Ronald Krüger, Vorsitzender im Digitalisierungsausschuss des Barmer-Verwaltungsrats bei der jüngsten Sitzung in Hamburg.

Insbesondere Ärzte bräuchten mehr Wissen über Gesundheits-Apps, um Patienten entsprechend beraten zu können, sagte Krüger: „Wir helfen Hausärzten dabei, ihre Rolle als unmittelbare Orientierungsgeber für digitale Versorgung einzunehmen.“ Nach der erfolgreichen Beendigung der Testphase werde das Projekt nun ausgerollt.

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