Pflegeroboter, warum nicht?

Technischen Assistenzsysteme und Roboter in der Pflege sind für viele Bürger gar nicht so unvorstellbar, fand eine forsa Studie heraus. Aber Digitalisierung in der Pflege geht nur mit mehr Beratungsangeboten und finanzieller Unterstützung.

von
Cornelia
Wels-Maug

Viele Menschen möchten am liebsten zu Hause gepflegt werden. Aber käme für sie auch die Unterstützung durch technische Hilfsmittel wie beispielsweise ein Pflegeroboter infrage? „Etwa die Hälfte (48 %) der Befragten meint, dass sich technische Hilfsmittel eher positiv auf die Qualität der Pflege auswirken. 42 Prozent gehen sowohl von positiven als auch negativen Folgen aus. Nur 6 Prozent rechnen überwiegend mit negativen Folgen für die Qualität in der Pflege“, lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1005 Bundesbürgern über 18 Jahren, die Anfang August diesen Jahres per Telefon von forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverbands e.V. (vzbv) durchgeführt wurde.

Erleichterung durch einen Pflegeroboter

Befragt, bei welcher Einsatzart man sich am ehesten einen Pflegeroboter vorstellen könnte, gaben 68 Prozent zum Heben und Umlagern an oder aber zur schnellen Hilfe bei Stürzen (36 Prozent). Die Unterstützung bei der Medikamenteneinnahme ist mit 32 Prozent auch ein wichtiges Einsatzgebiet sowie beim Essen (25 Prozent) beziehungsweise die Hilfe bei alltäglichen Pflegeverrichtungen wie Waschen, Baden oder Toilettengang (25 Prozent). Dreiundzwanzig Prozent der Befragten könnten sich sogar einen Pflegeroboter als Gesprächspartner vorstellen. Nur für 3 Prozent der Stichprobe ist keine dieser Optionen denkbar und weitere 15 Prozent lehnen den Einsatz eines Pflegeroboters vollständig ab.

Digitale Pflege noch nicht im Alltag angekommen

"Es gibt schon heute gute technische Hilfsmittel, die Pflegebedürftigen das Leben erleichtern könnten", erklärte vzbv-Gesundheitsexperte Kai Vogel. "Sie sind jedoch noch nicht im Alltag angekommen", fährt er fort. Die Politik müsse dem Thema Digitalisierung in der Pflege "mehr Priorität einräumen", findet Vogel. Nötig seien mehr Beratungsangebote und eine finanzielle Unterstützung.

Allerdings beschränkt sich die Palette technischer Assistenzsysteme zur Pflege nicht nur auf Pflegeroboter. Den Pflegealltag können unter anderem auch intelligente Fußböden zur Erfassung von Stürzen, elektronische Medikamentenboxen, Beleuchtungssysteme und Aufstehhilfen erleichtern. Oft fehlt es aber noch an tragfähigen Geschäftsmodellen, diese Assistenzsysteme großflächig einzusetzen.

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