Die Digitalisierung von NHS Patientendaten könnte das Gesundheitswesen revolutionieren

Der Schatz an Patientendaten des NHS könnte einen Wert von fast 10 Milliarden Pfund pro Jahr haben, schätzt ein Bericht von Ernst & Young.

Das Unternehmens-Netzwerk Ernst & Young (EY) hat in einem kürzlich veröffentlichten Bericht ein Rahmenkonzept für die effiziente und ethische Nutzung von Patientendaten des NHS vorgestellt. Diese bezeichnete EY als „Schatzkiste von detaillierten Informationen über Gesundheit, Wohlbefinden, Krankheit und die damit verbundenen Versorgungswege".

Nach ihren Schätzungen könnten genomische Daten, die derzeit im Besitz des NHS sind, jedes Jahr 5 Milliarden Britische Pfund generieren und den Patienten Gesundheitsleistungen im Wert von 4,6 Milliarden Pfund bereitstellen.

Der Bericht zeigt sich optimistisch mit Blick auf den möglichen Nutzen der Verwendung von NHS-Daten für alle Interessengruppen im Gesundheitswesen. Demzufolge bestehe ein enormes Potenzial darin, die Patientenversorgung zu rationalisieren und zu personalisieren, Innovationen in der Pharmaindustrie zu erleichtern und die Betriebskosten für den NHS zu senken.

WARUM DIES WICHTIG IST

Der NHS verfügt derzeit über medizinische Daten für 55 Millionen Menschenleben von der Geburt bis zum Tod, was seine Aufzeichnungen zum größten gesundheitsbezogenen Datenbestand der Welt macht. Wenn diese Daten verantwortungsbewusst nutzbar gemacht werden, könnten sie die Art und Weise revolutionieren, wie die Gesundheitsbranche auf die Bedürfnisse von Patienten reagiert und gleichzeitig erhebliche Einnahmen für den notorisch überlasteten NHS generieren.

Laut EY ist die Privatsphäre der Patienten am besten in sicheren, spezialisierten Umgebungen mit bereits vorhandener Datenanalyseinfrastruktur geschützt. . Es ist daher für den NHS "am sinnvollsten" mit privaten Unternehmen zusammenzuarbeiten, da dies für diesen gewaltigen Übergang Spielraum lässt und gleichzeitig die Einrichtungs- und Betriebskosten so gering wie möglich hält. Auch wenn dies ein spannendes Angebot für Health-Tech-Unternehmen ist, sind die geschützten Rechte der NHS-Patienten auf ihre Daten und ihr Misstrauen gegenüber der Datenweitergabe entscheidende Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt.

EY beteuert, dass für die medizinische Forschung nur aggregierte Daten auf Trendebene benötigt werden und dass die Daten der NHS-Nutzer anonymisiert werden, wenn sie überhaupt weitergegeben werden.

DER GRÖSSERE TREND

Als Reaktion auf ein schnell wachsendes Interesse an der Verwendung von Patientendaten im Gesundheitswesen hat das Department of Health and Social Care (DHSC) Anfang des Jahres einen 10-stufigen Verhaltenskodex für Technologieunternehmen eingeführt, die auf NHS-Daten zugreifen können.

Kleinere Datensätze, die sowohl privat als auch öffentlich erhoben wurden, sind bereits an Wissenschaftler weitergegeben worden, um die medizinische Forschung zu unterstützen. Das 100.000 Genomes Projekt ist eine solche Initiative der britischen Regierung, die 2012 begonnen hat und ihre Ergebnisse im Laufe des Jahres 2019 an den NHS weitergeben wird.  

OFFIZIELLE STELLUNGNAHME

Joanna Holbrook, Professorin für Bioinformatik und Vizepräsidentin für Transnationale Medizin bei BenevolentAI, sagte zu Forbes : „Als Forschungsunternehmen, das versucht, Medikamente für genau definierte Patientenpopulationen gestaffelt zu entwickeln, sind wir bestrebt, unsere hochmodernen Analysewerkzeuge für die umfangreichen Längsschnittdaten des NHS einzusetzen. Wir müssen dies auf eine Weise tun, die die Privatsphäre der Patienten achtet und die Autonomie des Einzelnen respektiert. Wir wollen mit dem NHS und anderen britischen Institutionen zusammenarbeiten, um Forschung in einer Weise zu ermöglichen, die allen zugute kommt. Großbritannien verfügt über enorme Stärken in akademischen Wissenschaften und Initiativen wie der britischen Biobank, Genomics England und der britischen Gesundheitsinformatik, die weltweit führend sind. Die Synergiemöglichkeiten sind bei unserem Gesundheitswesen mit einem einzigen Zahler und der dynamischen Biotech-Industrie enorm."


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Meher Pandey, erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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