Swiss eHealth Summit 2019: „Mit Fragen kommen, mit Antworten gehen“

Am Community Day des Swiss eHealth Summit 2019 moderiert Adrian Schmid von eHealth Suisse am Spital Thun einen Anlass zum EPD. Im Interview gibt er Hinweise, wie sich Teilnehmer auf den Workshop „Next Stop: EPD – Die letzten Herausforderungen“ vorbereiten können.

von
Anna
Engberg

An wen richtet sich Ihr EPD-Workshop primär?

Schmid: Die Session am Community Day richtet sich sowohl an medizinische Leistungserbringer, CIOs, CEOs und EPD-Projektleiter aus den Spitälern, aber auch an die Vertreter der Stammgemeinschaften. Der Dialog zwischen diesen Gruppen ist gerade jetzt in der Schweiz wichtig, da sich die Spitäler im Zuge der EPD-Einführung an die Stammgemeinschaften anschließen und eine vertragliche Beziehung mit diesen eingehen. Daher gibt es einen grundsätzlichen Bedarf an Information und Austausch. In den Spitälern werden derzeit viele Fragen gestellt – diese Überlegungen wollen wir uns auf dem Workshop gemeinsam näher anschauen und diskutieren, so dass jeder Teilnehmer für sich selbst etwas daraus lernen kann.

Welche Herausforderungen stellt die Einführung des EPD an die Spitäler?

Schmid: Die Spitäler müssen sich aktuell an die Stammgemeinschaften anschließen und das EPD ab Mitte April 2020 zum Nutzen der Patienten bedienen können. Das EPD ist jedoch nicht nur ein technischer Anschluss, sondern hat Auswirkungen auf die ganze Organisation im Spital. Es geht also primär um Abläufe im Spital im Umgang mit behandlungsrelevanten Informationen der Patienten. Im Workshop adressieren wir zudem das Zusammenwirken zwischen den Stammgemeinschaften, die den Rahmen stellen und den Spitälern, die diese Leistungen technisch anwenden und intern organisieren müssen.

Was genau können die Teilnehmer in Ihrem Workshop konkret lernen und in die eigene Arbeitsumgebung mitnehmen?

Schmid: Die Spitäler müssen eine ganze Reihe von Themen an die Hand nehmen und entscheiden: Wie integrieren wir das EPD in unser Primärsystem? Wie gehen wir mit den Vorgaben zur Authentisierung der EPD-Benutzer um? Welche Einzelpersonen oder Gruppen von Personen sollen das EPD bedienen? Wenn wir Gruppen bilden – wie groß sind diese und wie sind sie zusammengesetzt? Wer entscheidet nach welchen Kriterien, ob Dokumente vom EPD ins Primärsystem übernommen werden? Und welche Dokumente werden nach der Behandlung im EPD der Patienten abgelegt? Geschieht das manuell? Oder sehen wir feste Regeln vor?

Jene, die das schon gemacht haben und die, die das noch vor sich haben, sollen sich hier finden und austauschen können. Es ist ein Forum für Erfahrungsaustausch.

Adrian Schmid, Leiter der Geschäftsstelle von eHealth Suisse

Direkt im Vorfeld Ihrer Session findet die Hospital-Tour am Spital Thun statt…

Schmid: Genau. Das Spital Thun ist bereits sehr gut digitalisiert. Ich denke, es macht Sinn, die Veranstaltungen zu kombinieren und zu schauen, wie die Lösungen vor Ort im Einzelnen genau umgesetzt werden.

Wie können sich interessierte Teilnehmer am besten auf Ihren EPD-Workshop vorbereiten?

Schmid: Im Idealfall haben sich die Teilnehmer bereits für eine Stammgemeinschaft entschieden, der sie sich anschließen wollen. Wer dies bis September noch nicht gemacht hat, für den ist es dann allerhöchste Zeit. Sinnvollerweise sind Teilnehmer bereits daran, das EPD in ihr Spital zu integrieren. Dann wissen sie auch, welche Arbeiten sie intern oder zusammen mit der Stammgemeinschaft lösen müssen. So können sie dann auch anderen Spitalvertretern berichten, wie sie das Thema angehen und umsetzen. Mein Wunsch ist, dass die Teilnehmer mit Fragen kommen und mit Antworten gehen. Die Ergebnisse des EPD-Workshops stellen wir zudem am Folgetag allen Teilnehmern des Swiss eHealth Summits in einer Expertenrunde im Kursaal Bern vor.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schmid.


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