Telemedizin an Bord

Mobiles EKG mit Ärzte-Hotline soll Lufthansa Langstreckenflüge sicherer machen

von
Anna
Engberg

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa setzt seit kurzem mobile EKG-Systeme mit telemedizinischer Betreuung auf allen Langstreckenflügen ein.

Durch die Neuerung sollen Passagiere an Bord in Zukunft sicherer reisen und Flugbegleiter bei der medizinischen Notfallversorgung besser unterstützt werden.

Der Hintergrund

Medizinische Zwischenfälle an Bord von Fluggesellschaften können mitunter ungeplante Landungen zur medizinischen Versorgung am Boden erforderlich machen: Herz-Kreislauf-Beschwerden gehören dabei zur häufigsten Ursache.

Deshalb hat die deutsche Airline Lufthansa jetzt ihre Langstreckenflugzeuge mit dem mobilen EKG-System CardioSecur ausgerüstet, das an die internationale Ärzte-Hotline International SOS angeschlossen ist.

Im Ernstfall können die Flugbegleiter nun mit dem neuen System ein mobiles Zwölf-Kanal-EKG der betroffenen Flugpassagiere aufzeichnen und die Daten an International SOS weiterleiten.

Die Ärzte werten die übertragenen EKG-Daten rund um die Uhr aus und können die Cockpit-Crew bei Bedarf über eine notwendige weitere Behandlung telefonisch beraten.

Zusätzlich können die Flugbegleiter über die Anwendung „Arzt an Bord“, die von Lufthansa, Swiss Airlines und Austrian Airlines für die D-A-CH Region angeboten wird, nach anwesenden Ärzten an Bord suchen. Diese können das EKG-System dann sogar im Expertenmodus verwenden. Rund 11.000 Ärzte haben sich im deutschsprachigen Raum bereits für das Programm registriert.

Was gesagt wurde

Durch das mobile EKG nebst telemedizinischer Versorgung will die Airline außerdem Entscheidungen der Cockpit Crew erleichtern: „Die Daten des Ruhe-EKGs direkt aus dem Flugzeug bieten bei medizinischen Notfällen an Bord eine viel bessere Entscheidungsgrundlage“, sagte Dr. Sven-Karsten Peters, Kardiologe vom Medizinischen Dienst Lufthansa mit Blick auf mögliche Ausweichlandungen im medizinischen Ernstfall.

Der größere Trend

Derzeit setzen die meisten Airlines noch auf hochausgerüstete Notfallkoffer und Defibrillatoren. Mit der telemedizinischen Erweiterung der Patientenversorgung an Bord will man bei Lufthansa die Patientensicherheit weiter erhöhen. Als zusätzliche Neuerung können sich Patienten von jetzt an auch einen medizinischen Begleitservice wie z.B. eine Krankenschwester, einen Sanitäter oder Arzt, buchen.

Lufthansa führt bereits seit über 20 Jahren als einzige Fluggesellschaft interkontinentale intensivmedizinische Patiententransporte durch. Darüber hinaus bietet das Unternehmen mit seinem Medical Operation Center (MOC) auch viele medizinische Dienstleistungen an Bord und rund um das Fliegen an.

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