Telemedizin in Deutschland

Interaktiver Zava Report beleuchtet Potenziale und Risiken der deutschen Telemedizin-Branche im EU-Ländervergleich. Das Fazit: eine (noch) geringe Digitalisierungsrate bei gleichzeitig hohen Wachstumschancen.

von
Anna
Engberg

Mit einem neuen Report hat die Online-Arztpraxis Zava, einer der führenden Telemedizin-Anbieter in Deutschland und Europa, einen umfassenden Überblick über den Status Quo und die Potenziale der Telemedizin in Deutschland und Europa veröffentlicht.

Insgesamt zeigt sich, dass Deutschland im EU-Ländervergleich beim Digital Health Index noch weit hinten rangiert. Gründe sieht man in der späten Digitalstrategie Deutschlands und strengen Datenschutzbestimmungen. Gleichzeitig liegen die Wachstumschancen für den digitalen Gesundheitsmarkt in Deutschland laut Zava bis 2025 bei 38 Milliarden Euro.

DER HINTERGRUND

Der Bericht untersucht die Chancen und Risiken der Telemedizin in Deutschland sowie im europäischen Ländervergleich mit Blick auf Ärzte, Patienten und Forschung.

Wie Zava betont, besteht der Nutzen der Telemedizin hierzulande vor allem in der Reduktion von stationären Einweisungen, einer verbesserten Patientenversorgung und der Etablierung von digitalen Hilfsmitteln und Telekommunikation zugunsten einer ortsunabhängigen Diagnostik und Behandlung.

Dies wertet Zava angesichts des akuten Fachkräftemangels in 13 der 16 Bundesländer sowie angesichts gestiegener Gesamtausgaben bei den Krankenkassen und deutlich längerer Wartezeiten als positiven Trend. Mit der Coronakrise hat sich dem Report zufolge die Videosprechstunde als akzeptierte, neue Form der ärztlichen Konsultation durchgesetzt.

Im EU-Ländervergleich stechen Estland, Dänemark und einige weitere skandinavische Länder durch ihre besonders fortschrittlichen eHealth-Strategien gegenüber Deutschland hervor, da sie ihre Gesundheitssektoren frühzeitig digitalisiert und ihre Infrastrukturen durchgehend vernetzt haben.

Wie der Bericht feststellt, hemmen in Deutschland noch immer strenge Datenschutzvorgaben den Fortschritt der Telemedizin. Persönliche Gesundheitsdaten seien jedoch in Deutschland weiterhin am besten geschützt. Zur Veranschaulichung integriert Zava eine interaktive Darstellung in den Bericht, die den Digital Health Index von 14 europäischen Gesundheitssystemen visualisiert.

Analysiert wurden auch die Veränderungen im Bereich der Technologie und die Auswirkungen auf Berufsbilder und Fähigkeiten im Gesundheitswesen.

Im Bereich Technologie verweist der Zava auf die wachsende Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) bei Diagnostik, Behandlung und Forschung. Zweitmeinungen durch KI seien inzwischen etabliert, ebenso wie die Erfassung von Gesundheitsdaten durch Wearables und Apps.

Außerdem betont der Report, dass aktuelle Forschungsprojekte darauf schließen lassen, dass KI und Telemedizin in den kommenden fünf Jahren gemeinsam die Lebensqualität von Patienten nachhaltig verbessern werden.

Überdies prognostiziert Zava einen Wandel der traditionellen Aufgaben und Arbeitsplätze im Gesundheitswesen durch die technologischen Möglichkeiten der Telemedizin hin zu neuen Berufen und Tätigkeiten. Ärzte müssten zukünftig auch per Videotelefonie beraten, Diagnosen stellen und Patienten betreuen.

Der Bericht geht überdies auch auf neue Berufsbilder im digitalen Gesundheitswesen ein, welche durch die Telemedizin gerade entstehen: dazu gehören neben dem Online-Arzt Berufe wie Fachkräfte, Prozessmanager und Systemarchitekten für digitale Gesundheit.

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