Bayern fördert Telemedizin-Netzwerk zur Schlaganfall-Prävention

Ministerium will Früherkennung von Schlaganfällen verbessern

von
Anna
Engberg

Mehr als 250.000 Euro sollen über die nächsten zweieinhalb Jahre in das Telemedizin-Projekt „TeleSchwindelTriage“ aus Bayern fließen. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml Anfang Mai in München mit. Mit dem telemedizinischen Netzwerk-Projekt sollen Schlaganfälle frühzeitig erkannt und im Idealfall sogar präventiv vermieden werden.

Unterstützt und gefördert wird das telemedizinische Netzwerk in Bayern vom dortigen Gesundheitsministerium und der Deutschen Stiftung für Neurologie. „TeleSchwindelTriage“ wird unter Regie der München Klinik Harlaching in Zusammenarbeit mit 19 Partnerkliniken des Telemedizinischen Schlaganfallnetzwerks Südostbayern (TEMPiS), mehreren Schwindelzentren und der Universitätsklinik Regensburg durchgeführt.

Im Einsatz: Video-Schwindelbrille

Schwindel ist häufig das erste Symptom für einen bevorstehenden Schlaganfall. Die spezialisierten Zentren können auftretende Schwindelsymptome via Telemedizin näher begutachten, Ursachen ausmachen und ein mögliches Schlaganfall-Risiko frühzeitig diagnostizieren und versorgen.

Zum Einsatz kommt bei der telemedizinischen Beratung u.a. eine Video-Schwindelbrille, welche die Augenbewegungen der Patienten analysiert und Ausfälle des Gleichgewichtssinns in Echtzeit-Dokumentation nachweist.

Die Telekonsilärzte in den bayrischen Netzwerkzentren können den Ablauf der Untersuchung und die technischen Einstellungen der Schwindelbrille fernsteuern.

Was gesagt wurde

„Die Zahl der Schlaganfallpatienten ist in Bayern in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen“, sagte die Ministerin. Die Investition in die Prävention durch die Arbeit des Netzwerks sei wichtiger denn je, um Folgeschäden, die nach Schlaganfällen auftreten können, wie z.B. Sprachausfall oder Lähmungen, zu vermeiden.

„Schwindel tritt bei verschiedensten Krankheitsbildern auf, die Diagnose ist oft nur in spezialisierten Zentren möglich. Dank der Telemedizin können wir eine schnellere Diagnostik und bessere Versorgung im ländlichen Südost-Bayern anbieten“, betonte die Gesundheitsministerin.

Zusätzlich soll im Rahmen des Projekts durch TEMPiS eine Qualitätssicherung durch Erstellung eines Registers stattfinden, um bessere Erkenntnisse über Patienten mit akutem Schwindel zu gewinnen.

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