Hands-On-Rehabilitation mit Telereha abrunden

Der Erfolg der medizinischen Rehabilitation hängt auch vom Weiterführen der Übungen nach dem Klinikaufenthalt ab. Hier bieten es sich digitale Techniken als Ergänzung zur bisherigen Hands-On-Reha an. Eine Umfrage belegt die Akzeptanz unter der Bevölkerung dafür.

In den stationären und ambulanten Rehabilitationskliniken erzielen Patienten jeden Tag Therapieerfolge. Der erarbeitete Erfolg hält jedoch häufig nicht lange nach der Entlassung an, wenn der Patient nicht an Nachsorgemaßnahmen teilnimmt. Dies zu bewerkstelligen ist aber für viele Betroffenen nicht möglich, da die Entfernung vom Wohnort zur Maßnahme zu groß ist oder die Berufstätigkeit einen Nachsorgetermin nicht zulässt. „Mehr als 50 Prozent der Patienten erhalten aus diesen Gründen keine Nachsorge. Der Therapieerfolg kann dadurch wieder verloren gehen, was große Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten hat. Somit habe ich mir die Frage gestellt, wie wir die Arbeit in den Kliniken noch nachhaltiger und effektiver gestalten können“, berichtet Maximilian Michels, CEO des Berliner Start-ups Caspar-Health. Diese Überlegungen haben bei ihm und seinen beiden Mitgründern dazu geführt, dass sie gemeinsam „in einem kleinen Team sehr fokussiert an dem Thema Online Rehabilitation“, arbeiteten, führt er weiter aus.

Rehabilitationstherapie geht auch online

Eine Therapie zur Rehabilitation, so Michels, verläuft zweispurig: in Form der Hands-On-Therapie, bei der der Therapeut den Patienten physisch bei den Übungen unterstützt sowie der Hands-Off-Therapie. Hier bespricht der Therapeut mit dem Patienten gewisse Übungen, die dieser dann zu Hause eigenständig ausführen soll, um den Genesungsverlauf zu optimieren. 

An dieser Stelle setzt das Konzept von Capar-Health an, eine virtuelle Rehabilitationsplattform zu entwickeln, die es ermöglicht, noch während eines Aufenthalts in der Rehabilitationsklinik einen Therapieplan für die Zeit nach der Entlassung aufzustellen. „Mit Hilfe von Caspar wird der Patient jede Woche durch seinen individuellen und multimodalen Therapieplan geführt. Das System verfolgt dabei die Aktivität und leitet das Feedback vom Patienten direkt an den Therapeuten weiter. Durch die eingebauten Kameras in Smartphones oder Tablets kann der Therapeut sehen, ob der Patient seine Übungen richtig oder falsch macht. Der Therapeut kann jederzeit den Therapieplan anpassen und mit dem Patienten Kontakt aufnehmen. Alle Ergebnisse werden auf einem Dashboard angezeigt“, erklärt Michels das Konzept, das weniger Stress, zeitliche Unabhängigkeit und besseren medizinischen Erfolg verspricht. Jedoch steht in Deutschland das Praktizieren von Telemedizin erst am Anfang; was also sind die Erfolgschancen für eine Telerehabilitation?

Hohe Akzeptanz der online Rehabilitation

Die Ergebnisse einer Onlinebefragung von Caspar-Health unter 1.000 Bundesbürgern im November 2018 stimmen zuversichtlich. Über den Nutzen einer digitalen Reha Therapie befragt, gaben 67 Prozent der Befragten an, sie erhoffen, den Erfolg einer medizinischen Rehabilitation mit digitalen Techniken zu verbessern, da es eine sinnvolle Ergänzung zur bisherigen Face-to-Face-Reha sei. Insgesamt 62 Prozent halten gerne auch online Kontakt zu ihrem Therapeuten, sofern sie dadurch eine anstrengende Autofahrt vermeiden und zeitlich flexibler werden. Junge Menschen (18 bis 34 Jahre) sind Älteren gegenüber digitalen Therapieformen deutlich aufgeschlossener. Sechsundfünfzig Prozent der Befragten finden, dass es hilfreich sei, wenn sie über eine App mit ihrem Therapeuten in Kontakt bleiben und von zu Hause trainieren könnten. Und 59 Prozent würden es begrüßen, wenn ihr Therapeut aus der Ferne mithilfe eines Onlinetools ihre Übungen kontrollieren, anpassen und begleiten könnte. 
„Caspar ermöglicht die Grenzen des zeitlichen und örtlichen Therapiezugangs zu überwinden, die physische Zusammenkunft zwischen Therapeuten und Patient ist für die Durchführung einer Therapiemaßnahme erstmals nicht mehr erforderlich. Die mühsame Anfahrt entfällt, der Therapeut kann dennoch mit dem Patienten interagieren, die Ergebnisse des Trainings im Netz verfolgen und falls nötig eingreifen", erläutert Michels die Vorteile dieses Ansatzes.

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cwm

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