In Zukunft werden Verbraucher- und Gesundheitstechnologie verstärkt Partner sein

Eine neue Deloitte Studie zeigt: Datensammlungen aus Hardware sind inzwischen wertvoller als diese selbst. Hersteller von Diagnostika, chirurgischen Instrumenten und Medizingeräten sollten daher verstärkt Partnerschaften mit Entwicklern von Sensor- und Analysetools eingehen, so der Wirtschaftsprüfer.

Neue Technologien wie künstliche Intelligenz und fortschrittliche Datenanalyse haben das Potenzial, Prävention, Diagnose, gesunde Gewohnheiten und messbare Ergebnisse zu verbessern. Das wiederum führt zu einer „dramatischen Veränderung“ der traditionellen Geschäftsmodelle der Medizintechnik, zeigt eine neue Studie von Deloitte.

WARUM DIES WICHTIG IST

Medizintechnikunternehmen, die sich traditionell auf die Entwicklung von Hardware wie chirurgischen und diagnostischen Geräten, Infusionspumpen und anderen medizinischen Geräten spezialisiert haben, konzentrieren sich laut einem neuen Bericht des Deloitte Center for Health Solutions immer mehr auf Software, Datenerfassung und fortschrittliche Analytik.

Dies deutet darauf hin, dass in den kommenden Jahren immer mehr Unternehmen der Gesundheitstechnologie mit Unternehmen der Verbrauchertechnologie zusammenarbeiten werden.

Traditionelle Hardwareanbieter, die beispielsweise enger mit Entwicklern tragbarer Geräte für Fitness- und Wellness-Tracking zusammenarbeiten, schaffen die Basis für eine sich in Zukunft schnell entwickelnde Informationstechnologie.

Die Deloitte-Studie führte u.a. eine Crowdsourcing-Simulation durch, an der Gesundheitsexperten aus verschiedenen Bereichen, darunter Gesundheitssysteme, digitale Gesundheits-Start-Ups und Forschungseinrichtungen teilnahmen.

Künstliche Intelligenz, Robotik und Nanotechnologie waren demzufolge die Top-Technologien, die in der Forschung des Unternehmens genannt wurden. Die drei wichtigsten Servicebereiche waren dabei Patientenfernüberwachung, Datenspeicherung und -integration und die Verbesserung klinischer Effizienz.

In naher Zukunft würden anspruchsvollere, datengesteuerte Dienste wie die Datenerfassung und die erweiterte Datenanalyse sowie die Softwareentwicklung den traditionellen Schwerpunkt der Medizintechnik auf Hardware wie chirurgische Geräte, Herzschrittmacher, Gelenkersatz und andere ersetzen, prognostizierten die Forscher.

Außerdem ergab der Bericht, dass die von ihrer Hardware gesammelten Daten wertvoller sein könnten als die Hardware selbst, mit Blick darauf, dass sich diese Funktionen in Zukunft noch radikaler weiterentwickeln werden.

Um den sich wandelnden Bedürfnissen von Gesundheitsdienstleistern gerecht zu werden, müssten sich Medtech-Unternehmen verstärkt auf die Entwicklung, Akquisition oder Partnerschaften konzentrieren, um auf ausgefeilte Datenanalysemöglichkeiten zuzugreifen, mit denen sie etwa die chirurgische Leistung optimieren und Patientenergebnisse verbessern könnten.

DER ALLGEMEINE TREND

Im Dezember 2018 ergab eine von AdvaMed und Deloitte durchgeführte gemeinsame Umfrage unter 22 Medizintechnik-Unternehmen, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten (95 Prozent) der Ansicht ist, dass komplexe globale regulatorische Anforderungen für Forschung und Entwicklung in den nächsten drei bis fünf Jahren zunehmend eine große Herausforderung darstellen.

Die digitale Technologie eröffnet indes Chancen und schafft Herausforderungen: Alle befragten Unternehmen gaben an, in die Gerätekonnektivität zu investieren, aber mehr als drei Viertel (77 Prozent) teilten zugleich mit, die Integration von Daten aus neuen Technologien stelle eine zentrale Herausforderung dar.

OFFIZIELLE STELLUNGNAHME

„Um auch in Zukunft für die Gesundheit relevant zu sein und neue Versorgungsmodelle einführen zu können, sollten Medtech-Unternehmen eine engere Partnerschaft mit Unternehmen der Verbrauchertechnologie in Betracht ziehen, damit sie über den gesamten Patientenweg und die ärztliche Praxis hinweg weiterhin Innovationen entwickeln können”, sagte Pedro Arboleda , Geschäftsführer von Deloitte Consulting, in einer Stellungnahme.

„Das Innovationstempo im Gesundheitswesen ist beispiellos. Daher sollten Medizintechnik-Unternehmen darüber nachdenken, welche Rolle sie im zukünftigen Ökosystem spielen möchten, ob es sich um einen Daten- und Plattformanbieter, eine Organisation für Wohlbefinden und Pflege, einen Anbieter für Pflegedienste oder um eine Kombination aus allen dreien handelt”, sagte Glenn Snyder, Principal und Medtech-Leiter von Deloitte Consulting, in einer Erklärung. „Wer bereits weiß, wo ein Partner darin unterstützen kann, kurz- oder langfristig Lücken zu schließen, der positioniert sich für größeren Erfolg.“

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Nathan Eddy, erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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