Patienten-Engagement 2020: Das sind die Trends

Gesundheitsdienstleister suchen zunehmend nach innovativen Technologien, mit denen sie Strategien für mehr Engagement und eine neue Erfahrungswelt von Patienten entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die jüngste Zunahme von virtualisierter Mitwirkung von Patienten, wie z.B. die Kontaktaufnahme mit einem Arzt über eine mobile App, ermöglicht Patienten einen bislang ungekannten Zugriff auf Gesundheitsdienstleister und öffnet ihnen die Schleusen, um Kontakt mit diesen aufzunehmen.

Aktuell besteht ein wachsender Bedarf an intelligenten KI-Anwendungen, um sicherzustellen, dass die Technologie nicht zu einer Belastung wird, sondern Erleichterung bringt und Angehörige der Gesundheitsberufe dabei unterstützt, das zu tun, was sie am besten können - Pflege zu erbringen.

Im Jahr 2020 werden die Pflegepläne und die Mitwirkung von Patienten für den jeweiligen Patienten individueller werden, sagt Puneet Maheshwari, Mitbegründer und CEO von DocASAP.

„Die heutigen Verbraucher erwarten von Unternehmen, dass sie ihre Bedürfnisse voraussehen und ihre Botschaften entsprechend anpassen. Dies führt dazu, dass die Patienten von ihren Gesundheitsdienstleistern den gleichen Grad an Personalisierung erwarten", merkte er an.

„Im Jahr 2020 werden sich die Gesundheitssysteme geringfügig schneller an diese Bedürfnisse anpassen. Dies eröffnet denjenigen, die wendiger sind, neue Möglichkeiten, den Verbraucher im Gesundheitswesen besser einzubeziehen, wertvolle Zeit für den Patienten einzusparen und dessen Loyalität zu gewinnen."

Auch beobachtet er eine erhöhte Transparenz und eine aufeinander abgestimmte Mitwirkung zwischen Mitgliedern/Patienten sowie Kostenträgern und Leistungserbringern.

„Die Gesundheitssysteme werden zukünftig ganzheitlicher sein, was den Zugang und die Mitwirkung von Patienten betrifft", stellte er fest. „So werden Anbieter und Gesundheitssysteme zum Beispiel Lösungen suchen, die einheitlicher und umfassender sind, um die Erfahrungen von Verbrauchern im Gesundheitswesen zu verbessern und Lücken in der Versorgung zu schließen."

In dem Maße, in dem sich Verbraucher über digitale Kanäle aktiver mit ihren Gesundheitsdienstleistern austauschen, steigen jedoch auch die Risiken für Datensicherheit und Privatsphäre.

„Im Laufe des Jahres 2020 wird es wahrscheinlich mehr Datensicherheitsverstöße im Gesundheitswesen geben. Gleichzeitig werden wir aber auch Technologien entwickeln und einsetzen, um Patientendaten effektiver zu verwalten und das Risiko für solche Verstöße zu minimieren", sagte Maheshwari.

„2020 und 2012 wird auf regulativer Ebene auch damit begonnen, Gesetze zu aktualisieren und umzusetzen, welche Patienten in der sich entwickelnden digitalen Welt widerspiegeln und sie davor schützen."

Maheshwari prognostiziert, dass Partnerschaften zwischen Gesundheitsorganisationen und Tech-Unternehmen im Jahr 2020 schnell ausreifen, wobei Gesundheitsdienstleister bei der Entwicklung von Strategien für mehr Patienten-Engagement zunehmend auf innovative Technologien setzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Sie werden in Tools und Technologien investieren, um den Weg der Patienten von der Anbietersuche über die Online-Terminplanung bis hin zu Follow-up-Benachrichtigungen nach dem Arztbesuch weiter zu optimieren", nimmt er an. „Große Technologieunternehmen werden sich allmählich stärker auf das Gesundheitswesen konzentrieren und eng mit den großen Anbieter- und Kostenträgergruppen zusammenarbeiten, um neue Technologien zu entwickeln, die die Erfahrung von Patienten verbessern werden. Wir gehen davon aus, dass 2020 viele neue Akteure in diesem Bereich auftauchen werden."

Während zu erwarten sei, dass die Strategien für mehr Patienten-Engagement im Jahr 2020 „stetig voranschreiten", sei im Jahr 2021 eine dramatischere Veränderung wahrscheinlich.

„Es gibt eine Menge Unsicherheit im Gesundheitswesen, da das Wahljahr näher rückt. Die Erwartungen der Kunden müssen jedoch erfüllt werden, da die Konsumenten-Mentalität im Gesundheitswesen weiter zunimmt", sagte er. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Akteure im Gesundheitswesen für eine positive Patientenerfahrung sorgen."

Rick Halton, Vizepräsident für Produkt und Marketing bei Lumeon, betonte, Ärzte könnten durch KI und Automatisierung sicherstellen, dass jeder Patient seine Behandlungsempfehlungen korrekt und zur richtigen Zeit befolgt - und sie könnten, falls erforderlich, sofort eingreifen, noch bevor sich unerwartete Probleme einstellen und verschlimmern.

Gegenüber Healthcare IT News sagte er: „Die wichtigsten Anwendungen der KI und der Automatisierung bei der Mitwirkung von Patienten sind diejenigen, die auf Personalisierung setzen und es Pflegeteams ermöglichen, ihre Interaktionen mit den Patienten nach dem individuellen Zustand und den Präferenzen des Patienten anzupassen.“

Seiner Erklärung zufolge werden die Spezialisten im Gesundheitswesen mit der Verbesserung von KI- und Automatisierungs-Technologie nicht nur in der Lage sein, den Weg des Patienten in seiner Versorgung weiter zu personalisieren, sondern auch damit beginnen, KI-Technologie für die eigentliche Kommunikation mit den Patienten einzusetzen.

„Wir werden zum Beispiel Schritt für Schritt erleben, wie sich KI mit Patienten unterhält, um ihre Bedürfnisse zu verstehen, um sie aufzuklären, sie zu unterweisen und um ihnen zu helfen, ihren Therapiepläne einzuhalten", sagte er. „Diese Gespräche werden zunehmend über Text und Sprache geführt, beispielsweise über WhatsApp, das von einem zentralen KI-Gehirn unterstützt wird, um die Vorselektierung der Patienten zu vereinfachen."

Halton merkte an, dass KI, die klinische Entscheidungen trifft, zwar noch einen langen Weg vor sich habe, sie werde jedoch dazu beitragen, die Verarbeitung großer Informationsmengen – von Daten, Text und Bildern bis hin zu Sprache und Video – zu beschleunigen und zudem für viele Patienten als erste Anlaufstelle fungieren.

„Wahrscheinlich ist auch, dass viele KI-Dienstleistungen bei uns zu Hause angeboten werden, die als virtuelle Marke des Anbieters fungieren und letztlich zu deren Referenz werden", sagte er. „Diejenigen, die in diesem Geschäft erfolgreich sein werden, können enormen Einfluss auf die Branche ausüben."
 

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Nathan Eddy, erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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