Virtuelle Tiersprechstunde

Digitaler Tierarzt: Schwedischer Telemedizin-Anbieter FirstVet weitet Angebot auf Deutschland aus. Haustierbesitzer können die Telekonsultation im Juli noch kostenlos erproben.

von
Anna
Engberg

Nicht nur die reguläre Gesundheitsversorgung wird zunehmend digital, auch für die Tiergesundheit gibt es inzwischen telemedizinische Angebote: mit FirstVet ist ein schwedisches Unternehmen auf Expansionskurs und bietet seit Ende Juni 2020 jetzt auch in Deutschland Videosprechstunden für Haustierbesitzer an.

Eine Konsultation mit dem digitalen Tierarzt ist ganzjährig rund um die Uhr möglich – und wird noch bis 19. Juli 2020 kostenlos angeboten.

DER HINTERGRUND

So wie sich viele Menschen in der Corona-Pandemie erstmals mit einem Online-Arzt verbunden haben, so hat die Gesundheitskrise auch in der Tiermedizin zu einer erhöhten Nachfrage nach digitalen Beratungs- und Behandlungsangeboten geführt.

Wie das schwedische Unternehmen FirstVet Ende Juni mitteilte, haben bislang mehr als 200.000 Haustierbesitzer in Skandinavien und Großbritannien die Videosprechstunde mit dem digitalen Tierarzt über die App „FirstVet“ oder die gleichnamige Website genutzt. Pro Monat finden rund 20.000 Online-Sprechstunden statt, die nach Angaben des Unternehmens durchweg positiv bewertet wurden.

Die telemedizinische Beratung dient z.B. zur Anleitung und Unterstützung bei der Wundversorgung nach Operationen oder Verletzungen. Auch bei anderen Unsicherheiten und Fragen der Tierhalter bei Erbrechen, Durchfall, Parasiten oder Schmerzen kann der Online-Tierarzt konsultiert werden.

Die Preise für eine digitale Tiersprechstunde liegen mit 22 bis 25 Euro werktags durchaus unter den normalen Behandlungskosten in der Tierarztpraxis oder -klinik. Während bei Abend- oder Nachtkonsultationen Aufpreise anfallen, wird die Notfallberatung im Unterschied zum regulären Tierarzt jedoch nicht zusätzlich berechnet.

Ist eine Ferndiagnose und -behandlung nicht möglich, überweisen die FirstVet Online-Tierärzte an eine lokale Tierarztpraxis weiter. Laut einer Erhebung von FirstVet ist der physische Tierarztbesuch jedoch nur in 25 Prozent der digital behandelten Fälle tatsächlich notwendig. Auf diese Weise können Tierhalter und Veterinäre übervolle Wartezimmer vermeiden und Haustieren den Stress durch den Transport und Arztbesuch ersparen.

WAS GESAGT WURDE

David Prien, CEO bei FirstVet, sagte zu der Ausweitung auf den deutschsprachigen Markt: “Spätestens seit der Corona-Pandemie wissen Tierhalter digitale tiermedizinische Versorgung zu schätzen. Mit FirstVet schaffen wir eine natürliche erste Anlaufstelle, um zu beurteilen, ob eine umfassende physische Behandlung beim Tierarzt erforderlich ist. Davon profitieren auch niedergelassene Tierärzte, denn so können überfüllte Wartezimmer vermieden werden und die Veterinäre können sich auf die Fälle konzentrieren, bei denen die physische Nähe für die Behandlung wirklich notwendig ist.”

GUT ZU WISSEN

Das Telemedizin-Unternehmen FirstVet wurde 2016 in Schweden gegründet und expandierte zunächst in Skandinavien und schließlich nach Großbritannien. Seit Juni 2020 ist das Angebot auch mit in Deutschland registrierten FirstVet Tierärzten hierzulande und damit in insgesamt sechs EU-Ländern nutzbar. Derzeit hat der digitale Tierarzt-Service 300.000 registrierte Nutzer.

FirstVet plant zudem Kooperationen mit Versicherungen, damit die Kosten für den Versicherungsschutz bei Haustieren für den Halter sinken und physische Besuche beim Tierarzt und in der Tierklinik nur noch im Ernstfall erfolgen müssen.

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