Die Weichen für die deutsche ePA sind gestellt

BITMARCK beauftragt RISE mit der Entwicklung einer standardisierten ePA für den deutschen Gesundheitsmarkt

von
Anna
Engberg

Seit März 2019 lief die EU-weite Ausschreibung zur Entwicklung einer hochsicheren elektronischen Patientenakte (ePA) für den deutschen Gesundheitsmarkt. Die Einführung der ePA muss in Deutschland nach gesetzlicher Vorgabe bis zum 1. Januar 2021 erfolgen.

Jetzt ist die Entscheidung seitens der Unternehmensgruppe BITMARCK, welche als Software-Anbieter der gesetzlichen deutschen Krankenkassen das Vergabeverfahren koordinierte, gefallen: mit der Umsetzung beauftragt wurde das österreichische Unternehmen RISE (Research Industrial Systems Engineering) aus der Nähe von Wien.

DER HINTERGRUND

Gemäß der im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) geregelten gesetzlichen Vorgaben muss die BITMARCK ihren Kunden, den gesetzlichen Krankenkassen, bis zum 1. Januar 2021 eine fertige, gematik-zugelassene ePA einschließlich Betrieb zur Verfügung stellen und die ePA damit für 90 Kassen und über 20 Millionen Versicherte in Deutschland potenziell verfügbar machen.

Mit der nun getroffenen Entscheidung dürfte die Entwicklung derselben jetzt vorangehen: der auf medizinische Informatik spezialisierte Partner RISE hat bereits 2018 im Auftrag der gematik einen BSI-zertifizierten Konnektor geliefert und seine Erfahrung in Bezug auf Datensicherheit in mobilen Kanälen und übergreifenden digitalen Plattformen unter Beweis gestellt.

Kriterien bei der Auswahl des ePA-Projektpartners waren u.a. die mobile Massentauglichkeit des Produkts, die Vertrauenswürdigkeit des Partners und eine entsprechende Kompetenz im Bereich Datenschutz zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Versicherten – ebenso wie eine nachhaltige IT-Infrastruktur für die rund 90 Krankenkassen.

Anforderungsprofil an die neue ePA für den deutschen Gesundheitsmarkt war außerdem ein Frontend für die Versicherten. Dieses kann durch die Projektarbeit mit RISE jetzt angegangen werden und wird auch digitale Frontendkomponenten für die Versicherten integrieren, so dass die deutschen Kassen zukünftig auf vielfältige Weise versichertenbezogene Serviceangebote bereitstellen können.

WAS GESAGT WURDE

Andreas Strausfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung bei BITMARCK, begrüßte den Ausgang der Ausschreibung und freute sich über RISE als „schlagkräftigen Partner auf Augenhöhe“. Er sagte: „Wir haben mittels der Ausschreibung einen Partner gesucht, der uns unterstützt und zugleich die Realisierung der Standard-Komponente übernimmt. RISE verfügt bereits über Erfahrung im Ausbau der hiesigen Telematik-Infrastruktur.“

Thomas Grechenig, Sprecher der Geschäftsführung bei RISE, betonte wiederum die „konstruktive Baufreude bei RISE durch den neuen Auftrag der BITMARCK“. Er kommentierte: „Wir wollen in den kommenden 18 Monaten zeigen, dass wir gemeinsam eine Lösung entwickeln, die sowohl den Bedürfnissen der Versicherten an eine intuitive Bedienbarkeit und einen hohen Nutzwert als auch den hohen Sicherheitsstandards der Telematik Rechnung trägt.“

Aus der Zusammenarbeit soll schließlich eine elektronische Patientenakte für den deutschen Markt hervorgehen, deren Vorteile für die Versicherten im Alltag spürbar werden, u.a. durch alltägliche Nutzbarkeit über das Mobiltelefon.

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