WHO und Deutschland starten globalen „Info-Hub für Pandemien und Epidemien“

Als Informationszentrum soll der WHO-Hub Innovationen im Bereich der Datenanalyse vorantreiben mit dem Ziel, sich auf öffentliche Gesundheitskrisen vorzubereiten und diese vorherzusagen, sie zu verhindern, zu erkennen und auf diese zu reagieren.

von
Tammy
Lovell

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Deutschland bauen ein neues globales Kompetenzzentrum für Pandemien und Epidemien sowie für Innovationen im Bereich von Daten, Überwachung und Analytik auf.

Das Zentrum hat seinen Sitz in Berlin und arbeitet mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen. Es soll Innovationen in der Datenanalyse im größten Netzwerk globaler Daten vorantreiben, um Pandemie- und Epidemierisiken weltweit vorherzusagen, zu verhindern, zu erkennen, sich auf diese vorzubereiten und darauf zu reagieren.

Das Projekt soll eine neue Zusammenarbeit von Ländern und Partnern weltweit auf den Weg bringen und Innovationen anstoßen, um so die Verfügbarkeit und Verknüpfung verschiedener Daten zu verbessern, Tools und Vorhersagemodelle für die Risikoanalyse zu entwickeln und Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen, die Akzeptanz in der Bevölkerung und die Verbreitung von Infodemien zu überwachen.

WARUM DIES WICHTIG IST

Der WHO-Hub wird Gesundheitsexperten und politischen Entscheidungsträgern in allen Ländern mit Informationen zur Seite stehen, damit sie schnelle Entscheidungen zur Prävention zukünftiger Gesundheitskrisensituationen treffen und auf diese reagieren können.

In Zusammenarbeit mit Partnern auf der ganzen Welt soll das Zentrum einen Innovationsschub für bestehende Vorhersage- und Frühwarnkapazitäten innerhalb der WHO und den Mitgliedsstaaten anstoßen.

Das Kompetenzzentrum soll außerdem die globale Zusammenarbeit zwischen Organisationen des öffentlichen und privaten Sektors, der Wissenschaft und internationalen Partnernetzwerken forcieren, um gemeinsam Tools für die Verwaltung und Analyse von Daten zur Früherkennung und Überwachung zu entwickeln.

DER GRÖSSERE KONTEXT

Das WHO-Zentrum ist Teil des WHO-Programms für Gesundheitsnotlagen. Die technische Leiterin des Programms, Christine Czerniak, erklärte kürzlich gegenüber HealthcareITNews, wie neue COVID-19-Varianten die Notwendigkeit der genomischen Überwachung und Sequenzierung auf der ganzen Welt verdeutlichen und den Stellenwert unterstreichen, den die Zusammenarbeit hat.

WAS GESAGT WURDE

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn sagte: „Wir müssen Pandemie- und Epidemierisiken so schnell wie möglich erkennen, wo auch immer sie auf der Welt auftreten. Zu diesem Zweck müssen wir das globale Frühwarn-Überwachungssystem verstärken, indem wir die Erfassung gesundheitsbezogener Daten und die interdisziplinäre Risikoanalyse verbessern.

„Deutschland hat sich stets dafür eingesetzt, die Arbeit der WHO zu unterstützen, wenn es darum geht, sich auf gesundheitliche Notfälle vorzubereiten und auf diese zu reagieren, und der WHO-Hub ist eine konkrete Initiative, die die Welt sicherer machen wird.“

Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, sagte: „Eine Lektion aus der COVID-19-Pandemie ist, dass die Welt einen bedeutenden Sprung in der Datenanalyse machen muss, damit Politiker auf dieser Basis Entscheidungen zur öffentlichen Gesundheit treffen können 

„Voraussetzung dafür ist die Erschließung des Potenzials fortschrittlicher Technologien wie der künstlichen Intelligenz, die Kombination verschiedener Datenquellen und die Zusammenarbeit über mehrere Disziplinen hinweg. Bessere Daten und bessere Analysen führen zu besseren Entscheidungen.“

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sagte: „Die aktuelle COVID-19-Pandemie hat uns gelehrt, dass wir Pandemien und Epidemien nur gemeinsam bekämpfen können. Der neue WHO-Hub wird eine globale Plattform für die Prävention von Pandemien sein und verschiedene staatliche, akademische und private Institutionen zusammenbringen. Ich freue mich sehr, dass die WHO Berlin als Standort gewählt hat und Partner aus aller Welt einlädt, einen Beitrag zum WHO-Hub zu leisten.“

Mehr zur europäischen digitalen Gesundheitsstrategie erfahren Sie in der Session „From Pandemic to Infodemic, the Role of Effective Digital Public Health“ (Von der Pandemie zur Infodemie: die Rolle einer funktionierenden digitalisierten öffentlichen Gesundheit) während der HIMSS21 & Health 2.0 European Health Conference am 8. Juni 2021.

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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Tammy Lovell, erschienen auf Healthcare IT News.

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